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Globaler Marktführer für Druckmaschinen


Die Heidelberger Druckmaschinen AG ist weltweit Marktführer für integrierte und "intelligente" Drucksysteme des Bogenoffsetdruckes. Das Unternehmen versteht sich als erste internationale Adresse für die Druckindustrie. Die Gesellschaft mit Hauptsitz in Heidelberg verfügt über Entwicklungs- und Produktionsstandorte in sieben Ländern und betreut mit rund 250 Vertriebsniederlassungen in 170 Ländern weltweit rund 200.000 Kunden. Dabei reicht das Lösungsspektrum von der Druckvorstufe über das Druckverfahren bis hin zur Weiterverarbeitung. Produktseitig entwickelt und fertigt die Gruppe Software, elektronische Prepress-Produkte, Bogenoffsetmaschinen sowie Weiterverarbeitungssysteme. Das operative Geschäft untergliedert sich seit April 2010 in die Bereiche Heidelberg Equipment, Heidelberg Services, Heidelberg Financial Services und Vertrieb. Zuvor unterschied der Konzern die Segmente Press, Postpress und Financial Services.


In dem neuen Segment Heidelberg Equipment entwickelt, produziert und vermarktet der Konzern Präzisionsdruckmaschinen und Geräte zur Druckweiterverarbeitung. Der Bereich wird von Linoprint, einer Lösung für individuelles Dekorieren und Kennzeichnen von Faltschachteln, Etiketten und Blistern auf Basis der Inkjet-Technologie abgerundet. Seit April 2011 werden auch Digitaldruckmaschinen vertrieben. Im Geschäftsjahr 2011/12 (31.03.) nahmen die Erlöse im zweiten Halbjahr zu und konnten dann trotz schleppender Auftragseingänge mit 1,52 (i.V. 1,52) Mrd. Euro das Vorjahresniveau halten. Vor allem auch mit den Bogenoffsetmaschinen schob der Konzern das Wachstum an. Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit verbesserte sich auf minus 83 (minus 98) Mill. Euro.


Im Segment Heidelberg Services ist künftig der gesamte Dienstleistungsbereich mit Systemservice, garantierter Serviceteileverfügbarkeit wie auch der weltweiten Lieferung von Saphira Verbrauchsmaterialien, Prinect-Softwarelösungen und Plattenbelichter wie auch Beratungsdienstleistungen zusammengefasst. Zu den Beratungsfeldern zählen die Erhöhung der Maschinenverfügbarkeit, die Steigerung der Produktivität wie auch der Prozesseffizienz und die Beratung für umweltschonendes Drucken bis hin zur Vermarktung der Gebrauchtmaschinen. 2011/12 ging die Nachfrage nach Gebrauchtmaschinen und Serviceteilen zurück. Da auch weniger Neumaschinen verkauft wurden, ging auch die Zahl der Wartungsverträge zurück. Allerdings entwickelte sich der Verbrauchsmaterialbereich positiv. Dennoch sank der Umsatz im Segment Heidelberg Services auf 1,06 (1,10) Mrd. Euro. Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit gab auf 72 (84) Mill. Euro nach.


Im Segment Financial Services sind die Aktivitäten im Bereich Absatzfinanzierung abgebildet. Hier bietet der Konzern direkte Finanzierungslösungen der konzerneigenen Print Finance-Gesellschaften. Im Vordergrund steht das Vermitteln von Finanzierungen zwischen mittelständischen Kunden und Finanzpartnern des Konzerns. Der Umsatz im Segment Financial Services ging auf 15 (16) Mill. Euro zurück. Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit sank auf 14 (18) Mill. Euro.


Regional verteilte sich der Umsatz des Konzerns im Geschäftsjahr 2011/12 wie folgt: Ein Großteil oder 0,95 (1,01) Mrd. Euro seiner Erlöse erwirtschaftete der Konzern in der EMEA Region (Europa, Mittlerer Osten und Afrika). Auf Osteuropa entfielen 296 (299) Mill. Euro. Aus Nordamerika stammten 329 (301) Mill. Euro. Aus Lateinamerika kamen 164 (162) Mill. Euro. Die Region Asien-Pazifik angeschoben vom chinesischen Markt stagnierte bei einem Umsatz von 854 (856) Mill. Euro. Generell legte der Anteil der Schwellenländer am Umsatz von 45% auf 46% zu.


Ergebnis sinkt tiefer in die roten Zahlen


Nachdem der Konzern im Geschäftsjahr 2009/2010 (31.03.) weitere Rückschläge zu verkraften hatte, gelang es 2010/11 dank umfangreicher Restrukturierungsprogramme zwar den Abwärtstrend zu stoppen. Das Ergebnis landete jedoch abermals in der Verlustzone. 2011/12 (31.03.) brach die Aufwärtstendenz entgegen den Erwartungen ab. Die Staats- und Schuldenkrise hatte die wirtschaftliche Dynamik verlangsamt und die Auftragseingänge geschmälert. Der Konzern reagierte und rief das Effizienzprogramm Focus 2012 aus, in dessen Rahmen die Organisations- und Kostenstrukturen an die Rahmenbedingen angepasst werden sollen.


Während der Umsatz im Konzern insgesamt auf 2,60 (i.V. 2,63) Mrd. Euro vor allem in Folge der geringeren Nachfrage seitens der Industrieländer wie Deutschland und Großbritannien nachgab, war das Umsatzvolumen in den Schwellenländern, allen voran China, erfreulich expansiv. Neben China gehören nun Schwellenländer wie Brasilien und Russland zu den stärksten Märkten des Konzerns. Damit haben die Schwellenländer einen beachtlichen Anteil an den Konzernumsätzen.


Die Gesamtleistung wuchs auf 2,62 (2,60) Mrd. Euro. Allerdings blieb der Materialaufwand mit 1,23 (1,23) Mrd. Euro zum Vorjahr konstant und der Personalaufwand wuchs auf 904,5 (872,7) Mill. Euro. Im Sommer 2008 hatte das Unternehmen erste Maßnahmen zur Kostensenkung beschlossen, um bis zum Geschäftsjahr 2010/11 im Rahmen des Programms Heidelberg 2010 jährlich rund 400 Mill. Euro einzusparen. Nachdem dann die Geschäftsentwicklung 2011/12 keinen befriedigenden Verlauf nahm, und das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit ohne Sondereinflüsse bei 3 (4) Mill. Euro stagnierte, legte der Konzern das Effizienzprogramm Focus 2012 auf, in dessen Rahmen weitere Kostensenkungen anvisiert sind.


Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sank auf 90 (104) Mill. Euro. Dabei konnten die Abschreibungen auf 90,11 (99,75) Mill. Euro gesenkt werden. Das Zinsergebnis konnte allerdings auf minus 91,49 (minus 155,4) Mill. Euro verbessert werden. Dennoch fiel das Vorsteuerergebnis auf minus 229,3 (minus 142,9) Mill. Euro. Belastend wirkten 2011/12 einmalige Sonderaufwendungen von 142,3 Mill. Euro, die für das Effizienzprogramm Focus 2012 und die Vermeidung eines Insolvenzverfahrens bei Partner Kodak anfielen. Im Vorjahr konnten noch positive Sondereinflüsse von 2,23 Mill. Euro verbucht werden. Nachdem im Vorjahr noch ein Steuerertrag in Höhe von 13,99 Mill. Euro vereinnahmt werden konnte, musste Heidelberger Druck 2011/12 Steuern in Höhe von 0,78 Mill. Euro abführen. Unter dem Strich stand so ein Jahresfehlbetrag von 230,1 (Fehlbetrag 128,9) Mill. Euro. Wie schon in den Vorjahren müssen die Aktionäre auf eine Dividende verzichten.


Im März 2011 konnte der Konzern eine langjährige gerichtliche Auseinandersetzung mit den ehemaligen Aktionären der Linotype-Hell AG beilegen. Der gerichtliche Vergleich sah vor, dass die ehemaligen Linotype-Hell-Aktionäre eine Nachzahlung erhalten. Dieser Anspruch wurde durch eine Kapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital in Höhe von 916.638 Stücke ausgeglichen, so dass das gezeichnete Kapital am Geschäftsjahresende bei 599,7 Mill. Euro lag.


Focus 2012 soll Effizienz steigern


Die Unternehmensführung kehrte von der Branchenmesse drupa 2012 im Mai mit positivem Feedback zurück. Generell habe der Konzern als einer der großen Player die richtigen Innovationen zum richtigen Zeitpunkt präsentiert. Auch künftig wird der Konzern auf den Bogenoffsetdruck setzen, mit dem ein Drittel des gesamten Druckvolumens produziert wird. Zwar wird der Digitaldruck auch durch den Trend zu Fotobüchern immer stärker. Der Konzern bietet über die Kooperation mit Ricoh auch digitale Druckmaschinen, aber der Bereich macht weiterhin nur rund 10% des Druckvolumens aus. In Zukunft wird der Konzern vor allem auch mit Verbrauchsmaterialien wachsen. In den Industrieländern will Heidelberger Druck von der großen installierten Basis vom hohen Druckproduktionsvolumen profieren und in den Schwellenländern von der höheren Investitionsquote der Druckereien.


Das Effizienzprogramm Focus 2012 soll dazu beitragen, dass 2013/14 ein operatives Ergebnis von 150 Mill. Euro erreicht werden kann. Anvisiert ist dabei mittelfristig ein Umsatz von über 3 Mrd. Euro. Dazu hat der Konzern 2011 auf die Veränderung der Rahmenbedingungen reagiert und seine Kapazitäten um 15% reduziert. Hierzu wurde die Arbeitszeit gekürzt und die Zahl der Mitarbeiter soll auf unter 14.000 gesenkt werden. Zudem werden organisatorische Abläufe besser aufeinander abgestimmt werden. Mit einem Maßnahmenbündel sollen die Fixkosten ab 2013/14 um rund 180 Mill. Euro pro Jahr reduziert werden. Mit den Maßnahmen einher gehen einmalige Aufwendungen von 150 Mill. Euro, die bereits zum Großteil in 2011/12 als Aufwand erfasst wurden. Voraussetzungen für die Annahmen sind, dass die europäische Schuldenkrise nicht eskaliert, sich die Entwicklung in Asien und insbesondere in China stabil zeigt und das Effizienzprogramm Focus 2012 rasch umsetzen lässt. Zudem soll sich die Wettbewerbssituation im Bereich Bogenoffset bessern. 2013/14 wird der Umsatz trotz sich erholender Märkte leicht zurückgehen. Dennoch wird sich das Ergebnis der betrieblichen Geschäftstätigkeit ohne Sondereinflüsse weiter verbessern, da die Kostensenkungen des Effizienzprogramms voll wirken werden. Für dieses Jahr strebt der Vorstand daher wieder einen Jahresüberschuss an. So lange noch unter dem Strich rote Zahlen stehen, müssen die Aktionäre auf eine Dividende verzichten.


Börsengang Ende 1997


Dem Börsengang Ende 1997 vorausgegangen war die Fusion mit der Linotype-Hell AG, die den starken Anstieg des Konzernumsatzes in den Jahren 1997/98 und 1996/97 erklärt. Durch diese Transaktion wurden die bei Linotype-Hell liegenden steuerlichen Verlustvorträge für die Heidelberger Druckmaschinen AG nutzbar gemacht. Im Zuge der Verschmelzung konnten die rund 20% freien Aktionäre der Linotype-Hell AG ihre Aktien in Anteile von Heidelberger Druck tauschen. Zu diesem Zwecke war das Grundkapital der Heidelberger Druckmaschinen AG um nominal 0,51 Mill. auf 128,3 Mill. Euro angehoben worden. Außerdem war das Produktangebot 1996/97 durch den Kauf der Firma Sheridan Systems abgerundet worden.


1997/98 hatte sich Heidelberger Druck die über die Dividende des Vorjahres abgeflossenen Mittel durch eine Kapitalerhöhung von 128,3 Mill. auf zunächst 181,3 Mill. Euro (251 Mill. und 354,5 Mill. DM) wieder zurückgeholt. Im Zuge der Anwendung des Schütt-aus-hol-zurück-Verfahrens erfolgte Ende 1997 der Börsengang. In diesem Zusammenhang wurden insgesamt 8,2 Mill. Aktien zum Nominalwert von 5 DM (Bookbuilding-Spanne zwischen 41,93 und 49,60 Euro bzw. 82 und 97 DM) platziert. Während Almüco und Commerzbank auf die Ausübung ihrer Bezugsrechte verzichteten, übernahm die Lahmeyer AG (inzwischen auf RWE verschmolzen) die auf sie entfallenden jungen Aktien zum gleichen Preise, den die freien Aktionäre zahlten. Auf diese Weise floss der Heidelberger Druckmaschinen AG 1997/98 ein Kapital von rund 1,02 Mrd. Euro zu, womit die Eigenkapitalquote sogar noch das hohe Niveau vor 1996/97 deutlich übertraf.


Bis zum Geschäftsjahr 2003/04 (31.03.) war Heidelberger Druck zusätzlich zum Bogenoffsetbereich in den zwei Bereichen Web Systems (Rollenoffset, bedrucken von Rollenmaterial) und Digital aktiv, die allerdings bei weitem nicht an das Volumen heranreichten, das im Segment Press (Bogenoffset, bedrucken von einzelnen Bogen) erzielt wird. Die anhaltende Verlustsituation und mangelnde positive Aussichten für beide Sparten hätten zu einem einstimmigen Trennungsbeschluss im Management geführt, hieß es. Web Systems wurde an die amerikanische Goss International Corp. für einen Kapitalanteil von 15% veräußert. Digital ging zunächst ohne Gegenleistung an den bisherigen Joint-Venture-Partner Kodak. Der Vorstandsvorsitzende von Heidelberger Druck erläuterte in der Hauptversammlung 2004 dazu: "Diese Portfolio-Maßnahmen stellen sicher, dass bereits mit Beginn des laufenden Geschäftsjahres die Ertragskraft des Konzerns durch die Neuausrichtung gesteigert wird."


Heute notierten die Aktien der Gesellschaft im MDax der Frankfurter Wertpapierbörse, stigen dann aber im März 2012 in den SDax ab.


Aktionärsstruktur

Streubesitz 81,03%
Universal-Inv.. 8,18%
RWE AG 4,22%
Union Investm.. 3,07%
Dimensional H.. 3,01%
SEB Investmen.. 0,43%
eigene Anteile 0,06%

Leitende Positionen

Vorstand (Management)
Dr. Gerold Linzbach Vorstand..
Dirk Kaliebe
Marcel Kießling
Stephan Plenz
Aufsichtsrat (Directors)
Robert J. Koehler Aufsicht..
Edwin Eichler
Wolfgang Flörchinger
Lone Fønss Schrøder
Martin Gauß
Mirko Geiger
Gunther Heller
Jörg Hofmann
Dr. Siegfried Jaschinski
Dr. Herbert Meyer
Dr. Gerhard Rupprecht
Beate Schmitt
Prof. Dr.-Ing. Dipl. Günther Schuh
Dr. Klaus Sturany
Peter Sudadse
Rainer Wagner

Beteiligungen

(an anderen Unternehmen)
Unternehmen Bet.