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Gesundheitskonzern mit Schwerpunkt Dialyse


Die Fresenius SE & Co. KGaA (zuvor Fresenius SE) ist ein weltweit tätiger Gesundheitskonzern mit Produkten und Dienstleistungen für die Dialyse, das Krankenhaus und die ambulante medizinische Versorgung von Patienten. Das bedeutendste Geschäftsfeld ist die "Dialyse", das von der börsennotierten Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA (FMC) repräsentiert wird. FMC sieht sich hier weltweit als die Nummer eins. "Fresenius Kabi" ist zuständig für die Felder Ernährungs- und Infusionstherapie und hier das führende Unternehmen in Europa. Im Bereich "Fresenius Vamed" sind das Engineering- und Servicegeschäft für Krankenhäuser und die pharmazeutische Industrie gebündelt. Seit der Übernahme des privaten Krankenhauskonzerns Helios in 2005 gehört "Fresenius Helios" auch zu den größten deutschen privaten Krankenhausbetreibern. Im Januar 2011 wechselte Fresenius seine Rechtsform von einer SE in eine SE & KGaA.


FMC ist der weltweit führende Anbieter von Dialysedienstleistungen und Dialyseprodukten. Die größten Produktionsstandorte liegen in den USA, Deutschland und Japan. Ihre weltweiten Aktivitäten hat FMC in die beiden regionalen Segmente "Nordamerika" und "International" unterteilt. FMC ist in mehr als 120 Ländern mit der gesamten Wertschöpfungskette Dialyse vertreten und unterhält in den USA, Deutschland und Japan mehr als 40 Produktionsstätten. FMC ist beständig auf Akquisitionskurs. Im Jahr 2006 kaufte FMC den hoch profitablen US-amerikanischen Dialysedienstleister Renal Care Group. Der 3,5 Mrd. US-Dollar-Deal wurde vollständig fremdfinanziert. Im November 2007 gab FMC die Übernahme von Renal Solutions, Inc. (RSI) bekannt. Mit der Akquisition von RSI erwarb FMC eine wesentliche Technologie für den Ausbau der Heim-Hämodialyse. 2010 übernahm FMC in der russischen Region Krasnodar KNC, einen Betreiber von Dialysekliniken. Zudem akquirierte FMC das weltweite Peritonealdialyse-Geschäft von Gambro. Gambro war hier mit einem Umsatz von 60 Mill. US-Dollar weltweit die Nummer Drei. Im Juli 2010 folgte der Kauf der Asia Renal Care Ltd., dem zweitgrößten Dialysedienstleister im asiatisch-pazifischen Raum. Mit der japanischen Firma Nikkiso Co. Ltd. konnte ein Vertrag im Bereich Vertrieb für Hämo- und Peritonealdialyse-Produkte geschlossen werden. Zudem baut FMC durch die Übernahme der Tochter Nikkiso Medical Korea Co. Ltd. seine führende Position im Dialyseproduktgeschäft weiter aus. Im Januar 2011 konnte FMC zudem einen Kaufvertrag für das Dialysedienstleistungsgeschäft von Euromedic International, International Dialysis Center (IDC), unterzeichnen und den Deal dann im Jahresverlauf auch realisieren. Mit dem Erwerb der 70 Dialysekliniken der International Dialysis Centers stieg die Marktpräsenz vor allem in Osteuropa. Fresenius stärkte seine Position bei Dialyseleistungen in den USA zudem durch den Kauf der Liberty Dialysis Holdings. Mit der Übernahme der American Access Care Holdings deckt der Konzern künftig auch den Bereich der Versorgung von Gefäßzugängen bei Dialysepatienten ab.


FMC konnte 2012 seine Marktführerschaft weiter ausbauen und in insgesamt 3.160 (i.V. 2.898) Kliniken mit 257.916 (233.156) Dialysepatienten 11% mehr Menschen behandeln. Die Zahl der Behandlungen stieg um 12% auf über 38,59 (34,39) Mill. Der Teilkonzern erreichte im Gesamtjahr 2012 so ein Umsatzplus von 10% auf 13,80 (12,57) Mrd. US-Dollar. Dies ist vor allem auf ein gutes organisches Wachstum von 5% und ein akquisitionsbedingtes Wachstum von 8% zurückzuführen. Eine große Herausforderung war die 2011 erfolgte Einführung eines neuen Pauschalvergütungssystems für Dialysedienstleistungen staatlich versicherter Patienten im größten Markt, den USA. Der Umsatz mit Dialysedienstleistungen stieg um 13% auf 10,49 (9,28) Mrd. US-Dollar. Der Umsatz mit Dialyseprodukten wuchs um 1% auf 3,31 (3,29) Mrd. US-Dollar. Regional verteilte sich der Umsatz zu 65% auf "Nordamerika", zu 21% auf "Europa/Naher Osten/Afrika", zu 8% auf "Asien-Pazifik" und zu 6% auf "Lateinamerika". In "Nordamerika" wuchs der Umsatz auf 9,03 (7,93) Mrd. US-Dollar und machte damit das Gros der Segmenterlöse aus. Im Bereich "International", das die restlichen Regionen umfasst, wuchs der Umsatz 2012 hingegen um 2% auf 4,74 (4,63) Mrd. US-Dollar oder 35% des Segmentumsatzes. In der Region "Europa/Naher Osten/Afrika" erlöste FMC 2,89 (2,95) Mrd. US-Dollar, in "Lateinamerika" 804 (700) Mill. US-Dollar und in "Asien-Pazifik" 1,04 (0,98) Mrd. US-Dollar. Das EBIT von FMC stieg um 12% auf 2,33 (2,08) Mrd. US-Dollar. Die EBIT-Marge erhöhte sich auf 16,9 (16,5)%. Der Jahresüberschuss legte um 11% auf 1,19 (1,07) Mrd. US-Dollar zu. Hier konnte ein nicht zu versteuernder Beteiligungsertrag in Höhe von 140 Mill. Euro aus dem Zukauf der Liberty Dialysis Holdings Inc. eingefahren werden. Die US-amerikanische Gesellschaft erweitert das bestehende Kliniknetz der Fresenius um etwa 200 Dialysekliniken.


Das Produktangebot von "Fresenius Kabi" in der Infusionstherapie umfasst den Angaben zufolge sowohl intravenös zugeführte Lösungen und Wirkstoffe als auch medizintechnische Produkte (u.a. Produkte für den Flüssigkeits- und Blutvolumenersatz sowie Anästhetika für die Vollnarkose und Analgetika). Im Bereich der klinischen Ernährung versorgt Fresenius Kabi Patienten mit parenteraler Ernährung (intravenöse Zuführung) und enteraler Ernährung (Zuführung als Trink- oder Sondernahrung). Zur Applikation werden Infusionspumpen, Infusionsmanagementsysteme, Ernährungspumpen und Einmalartikel angeboten. In den zurückliegenden Jahren war die Entwicklung des Unternehmens von der Erweiterung des Produktangebots vor allem im Kernmarkt Europa, aber auch in Asien und Lateinamerika, sowie von der Erschließung neuer Märkte geprägt. 2008 punktete "Fresenius Kabi" mit dem Zukauf von APP Pharmaceuticals und Dabur Pharma. APP Pharmaceuticals ist der in Nordamerika führende Arzneimittelhersteller für den Krankenhausbereich. Die in den USA beheimatete APP erzielte 2008 einen Umsatz von 777 Mill. US-Dollar. Nach dem Zukauf werden die Produkte der beiden Partner gegenseitig über die jeweiligen Vertriebskanäle vertrieben. APP ist bei intravenös zu verabreichenden Arzneimitteln stark. 2009 und 2010 konnte APP weiter in den Bereich "Fresenius Kabi" integriert werden. Ebenfalls 2008 kaufte sich Fresenius mit knapp über 90% bei dem indischen Hersteller von Arzneimitteln und Wirkstoffen zur Krebsbehandlung Dabur Pharma ein. Dabur Pharma firmiert jetzt unter Fresenius Kabi Oncology. Im Geschäftsjahr 2007/08 hatte Dabur Pharma einen Umsatz von 47 Mill. Euro erzielt. Mit dem Zukauf weitete Fresenius sein Spektrum an Zytostatika (Zellwachstumshemmer) aus. Ende 2008 beteiligte sich der Konzern zudem an dem vietnamesischen Unternehmen Bidiphar II, das als lokaler Anbieter Infusionstherapien anbietet. 2008 erzielte es einen Umsatz von 9 Mill. Euro. Mit der 2012 erfolgten Übernahme der amerikanischen Fenwal Holdings inc. avancierte "Fresenius Kabi" zum weltweit führenden Anbieter von Transfusionstechnologie. 2012 konnte die Fenwal Holdings Inc. hinzugekauft werden, mit der Fresenius zum Marktführer in der Transfusionstechnologie avancierte. Fenwal produziert Produkte zur Gewinnung, Trennen und Verarbeitung von Blut und ist insbesondere in den USA stark aufgestellt. Um die onkologischen Produkte der Fresenius Kabi in China zu vermarkten, gründete der Konzern 2012 das Joint Venture Fresenius Kabi (Wuhan) Pharmaceutical Ltd., an dem Fresenius 70% hält.


2012 konnte das Segment "Fresenius Kabi" erneut stark wachsen. Dabei wuchs das Geschäft hier in allen Regionen, insbesondere aber in den Schwellenländern und Nordamerika. Die Erlöse wuchsen um 15% auf 4,54 (3,96) Mrd. Euro. Das organische Wachstum lag hier immerhin bei 9%. Auf Produktsegmente verteilt lagen die I.V.-Arzneimittel (Intravenös zu verabreichende generische Arzneimittel) bei Erlösen von 1,70 (1,44) Mrd. Euro und die klinische Ernährung bei 1,31 (1,15) Mrd. Euro. Mit Infusionstherapie setzte Fresenius Kabi 1,01 (0,90) Mrd. Euro um und mit medizintechnischen Produkten und Transfusionstherapie weitere 514 (477) Mill. Euro. In "Europa" stieg der Umsatz um 7% auf 1,95 (1,83) Mrd. Euro. In "Nordamerika" legten die Erlöse mit einem kräftigen Umsatzsprung um 23% auf 1,24 (1,00) Mrd. Euro zu. "Lateinamerika/Afrika" expandierte um 12% auf 487 (434) Mill. Euro und "Asien-Pazifik" um 23% auf 863 (702) Mill. Euro. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) stieg noch deutlicher als im Vorjahr um 16% auf 934 (803) Mill. Euro. Die EBIT-Marge verbesserte sich auf 20,6 (20,3)%. Der Jahresüberschuss wuchs um 25% auf 444 (354) Mill. Euro.


"Fresenius Helios" ist ein Partner für Privatisierungsvorhaben im deutschen Krankenhausmarkt und mittlerweile einer der größten deutschen privaten Krankenhausbetreiber. 2011 konnte der Konzern sein Helios-Portfolio mit dem Kauf der beiden Kliniken Damp und Katholisches Klinikum Duisburg abrunden. Ihre Integration trug 2012 positiv zum Geschäft der Gruppe bei. 2012 gehörten insgesamt 72 (65) eigene Kliniken zum Portfolio, darunter sechs (sechs) so genannte Maximalversorger. 50 (45) Kliniken sind dabei Akutkrankenhäuser und weitere 22 (20) Rehabilitationshäuser. Dem Kliniknetzwerk angeschlossen sind 35 (30) medizinische Versorgungszentren und 13 (zehn) Seniorenresidenzen bzw. Pflegeeinrichtungen. Die Bettenzahl in den Akutkliniken legte 2012 auf 18.701 (16.690) zu, während sie in den Rehabilitationskliniken mit 4.585 (3.422) noch deutlicher wuchs. Bei einer Verweildauer der Patienten der Akutkliniken von 6,7 (6,7) Tagen und der Rehabilitationskliniken von 27,0 (29,6) Tagen kletterte die Auslastung in den Reha-Kliniken kräftig auf 85 (78)%.


"Fresenius Helios" steigerte den Umsatz 2012 um 20% auf 3,20 (2,67) Mrd. Euro. Das organische Wachstum lag bei 5%. Akquisitionen trieben das Umsatzwachstum um 17%. Im Bereich Akutkliniken wuchsen die Erlöse um 20% auf 2,81 (2,35) Mrd. Euro, während sie im Bereich Rehabilitationskliniken um 25% auf 274 (220) Mill. Euro noch deutlicher stiegen. Dabei legte die Zahl der stationär behandelten Patienten um 17% auf 778.817 (665.108) zu und auch die Zahl der ambulant behandelten Patienten wuchs um 23% auf 2.118.112 (1.726.704). Das EBIT stieg um 19% auf 322 (270) Mill. Euro. Die EBIT-Marge blieb mit 10,1 (10,1)% zum Vorjahr konstant. Der Jahresüberschuss verbesserte sich um 25% auf 203 (163) Mill. Euro.


Das Engineering- und Dienstleistungsgeschäft für Krankenhäuser und die pharmazeutische Industrie wird von der VAMED AG repräsentiert. "Fresenius Vamed" ist den Angaben zufolge auf internationale Krankenhausprojekte spezialisiert und nimmt insbesondere bei der Entwicklung und Realisierung von Krankenhaus-Großprojekten weltweit eine führende Position ein. Das Dienstleistungsportfolio reicht von der Projektentwicklung sowie der Planung und Errichtung über das Facility Management bis hin zur Gesamtbetriebsführung von Krankenhäusern und anderen Gesundheitseinrichtungen. Im Februar 2008 hat "Fresenius Vamed" einen Vertrag zum Erwerb des Krankenhausplanungs-, Beratungs- und Serviceunternehmens HERMED, Neumünster, unterzeichnet. Hermed ergänzt das Geschäft von Fresenius Vamed sowohl regional als auch strategisch. Während "Fresenius Vamed" vornehmlich größere Krankenhäuser als Kunden hat, ist Hermed stärker bei kleineren bis mittleren Einrichtungen vertreten. Mit der Übernahme konnte sich "Fresenius Vamed" neue Kunden- und Marktsegmente erschließen. "Fresenius Vamed" ist bei Engineering- und Dienstleistungen für Krankenhäuser wie auch anderen Gesundheitseinrichtungen ein weltweit führendes Unternehmen.


"Fresenius Vamed" erzielte 2012 Bestwerte bei Umsatz und EBIT. Zu den neuen Rekordwerten konnten sowohl das organische Wachstum als auch die Akquisitionen beitragen. Der Umsatzanstieg lag bei 15% und so erreichten die Erlöse mit 846 (737) Mill. Euro einen neuen Rekordstand. Das Wachstum war zu 5% organisch und zu 10% Akquisitionen geschuldet. Im Projektgeschäft legte der Umsatz um 2% auf 506 (494) Mill. Euro und im Dienstleistungsgeschäft wesentlich dynamischer um 40% auf 340 (243) Mill. Euro zu. Das Projektgeschäft umfasst die Beratung, Projektentwicklung, die schlüsselfertige Errichtung wie auch das Finanzierungsmanagement eines Projekts. Im Dienstleistungsgeschäft sind alle Bereiche des technischen, kaufmännischen und infrastrukturellen Facility Managements zusammengefasst. Die stärkste Umsatzregion war mit einem Anteil von 74% "Europa", gefolgt von "Asien-Pazifik" mit 14% und "Afrika" mit 7%. In "Lateinamerika" wurden 5% der Umsätze erwirtschaftet. Das EBIT wuchs um 16% auf 51 (44) Mill. Euro. Die EBIT-Marge stagnierte bei 6,0 (6,08)%. Der Jahresüberschuss stieg um 3% auf 35 (34) Mill. Euro. Der Auftragseingang legte um 9% auf 657 (604) Mill. Euro zu. Der Auftragsbestand zum 31. Dezember 2012 belief sich auf 987 (845) Mill. Euro und war so um 17% gewachsen.


Das Segment "Konzern/Sonstiges" umfasst die Holdingfunktionen der Fresenius SE & Co. KGaA, die Fresenius Netcare, die Dienstleistungen im Bereich der Informationstechnologie anbietet, sowie die Fresenius Biotech, die auf dem Gebiet der Forschung und Entwicklung von Antikörpertherapien tätig ist. Darüber hinaus beinhaltet das Segment Konzern/Sonstiges die Konsolidierungsmaßnahmen, die zwischen den Unternehmensbereichen durchzuführen sind. Ende 2012 entschied der Konzern, sich von seiner Tochter Fresenius Biotech, zu deren Portfolio die beiden Antikörper ATG-Fresenius S und Removab zählen, nicht fortzuführen. Zum Jahresbeginn 2013 prüfte die Konzernspitze einen Verkauf von Fresenius Biotech. Alternativ untersucht der Konzern, ob das im Krankenhausmarkt etablierte und profitable Immunsuppressivum ATG-Fresenius S im Konzern weitergeführt werden kann. Aus der Entscheidung, sich in jedem Fall von den Aktivitäten mit dem Antikörper Removab zu trennen, ergeben sich schon 2013 positive Ergebniseffekte.


Am 26. April 2012 unterbreitete Fresenius SE dem privaten Klinikbetreiber Rhön-Klinikum ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot. Fresenius bot den Rhön-Klinikum-Aktionären 22,50 Euro je Aktie, womit sich der Kaufpreis der ausstehenden Aktien auf rund 3,1 Mrd. Euro belaufen hätte. Das Angebot stand unter dem Vorbehalt einer Mindest-Annahmequote von 90%. Zum Rhön-Konzern gehören 53 Kliniken mit rund 16.000 Betten und 39 Medizinische Versorgungszentren. Eugen Münch, Firmengründer und Ankeraktionär bei Rhön-Klinikum befürwortete das Angebot. Das Übernahmeangebot scheiterte mit einer erreichten Annahmequote von 84,3% an der 90%-Marke jedoch. Zwar prüfte Fresenius daraufhin im Sommer weitere Möglichkeiten, sah aber aufgrund der Rahmenbedingungen keine realisierbare Alternative und unterließ es so, den Aktionären von Rhön-Klinikum ein neues Übernahmeangebot zu unterbreiten. Allerdings erwarb Fresenius Anfang September 2012 insgesamt 5,0% der Rhön-Anteile und lässt damit alle Handlungsmöglichkeiten offen.


Umsatz und Ergebnis auf Rekordniveau


In den Bilanzen des Konzerns lässt sich der Wandel von einem Mittelständler hin zu einem Weltkonzern ablesen. So zählt Fresenius in allen vier Unternehmensbereichen zu den führenden Branchenunternehmen, was sich auch in den Erfolgszahlen ablesen lässt. Allein in der vergangenen zehn Jahren konnte der Konzern seinen Umsatz nahezu verdreifachen und das Ergebnis mehr als verachtfacht werden. Auch 2012, das Jahr des 100-jährigen Firmenjubiläums, war von neuen Rekordumsätzen und einem neuen Höchststand beim Konzernergebnis geprägt.


Die Umsätze kletterten 2012 um 18% auf 19,29 (i.V. 16,36) Mrd. Euro. (Fresenius hat die Zahlen für 2011 aufgrund von geänderten Bilanzierungsvorschriften rückwirkend angepasst. Im Text werden diese angepassten und in der Kennzahlentabelle die 2011 berichteten Zahlen angeführt, die somit voneinander abweichen). Organisch wuchs der Konzern um 6%. Akquisitionen trugen mit plus 8%, Desinvestitionen mit minus 1% zum Plus bei, während Wechselkurse das Wachstum mit 5% anschoben. Alle vier Geschäftsbereiche hatten das Umsatzplus im Konzern mit zweistelligen Zuwachsraten vorangetrieben. Besonders expansiv zeigten sich "Fresenius Helios" und "Fresenius Kabi". "Fresenius Medical Care" war mit einem Anteil am Umsatz von 56% der größte Geschäftsbereich, gefolgt von "Fresenius Kabi" mit 23%, "Fresenius Helios" mit 17% und "Fresenius Vamed" mit 4%.


Regional waren "Europa" und "Nordamerika" weiterhin die wichtigsten Märkte. Hier erzielte Fresenius 40% bzw. 42% seiner Konzernumsätze. Die Region "Asien-Pazifik" kam auf einen Anteil von 10%, "Lateinamerika" auf 6% und "Afrika" auf 2%. Nachdem in den USA die Vergütung bei Dialysebehandlungen 2011 auf ein Pauschalsystem umgestellt wurde, sind die kompletten Auswirkungen dieser Änderung für die nahe Zukunft noch nicht ganz absehbar. Während die Umsätze in "Nordamerika" nach der Änderung der Vergütungspraxis im Vorjahr nur leicht angestiegen waren, legten sie 2012 um 23% auf 8,14 (6,60) Mrd. Euro zu. Parallel wuchsen auch die Erlöse in "Europa" um 13% auf 7,80 (6,92) Mrd. Euro. Noch stärker legten die Umsätze in der Region "Lateinamerika" zu. Sie wuchsen um 25% auf 1,13 (0,90) Mrd. Euro. Aber auch in "Asien-Pazifik" konnte Fresenius mit einem Plus von 20% auf 1,90 (1,58) Mrd. Euro deutlich vorankommen. Die Erlöse in "Afrika" gaben hingegen um 10% auf 324 (360) Mill. Euro nach.


Dem gewachsenen Umsatz standen Umsatzkosten gegenüber, die auf 13,00 (10,99) Mrd. Euro zulegten. Dennoch konnte das Bruttoergebnis um 17% auf 6,29 (5,37) Mrd. Euro vorankommen. Das entspricht einer Bruttomarge von 32,6 (32,8)%. Für den Vertrieb gab der Konzern 746 (677) Mill. Euro aus und in die Verwaltung flossen 2,25 (2,13) Mrd. Euro. Mit 305 (267) Mill. Euro konnten die Ausgaben für Forschung und Entwicklung deutlich hochgefahren werden.


Auch auf der Ergebnisseite erreichte Fresenius 2012 abermals Rekordwerte. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) legte um 19% auf 3,85 (3,24) Mrd. Euro zu. Nach Abschreibungen von 774 (674) Mill. Euro wuchs das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 20% auf 3,08 (2,56) Mrd. Euro. Das entspricht einer EBIT-Marge von 15,9 (15,7)%. Das Zinsergebnis konnte auf minus 666 (minus 531) Mill. Euro verbessert werden. So stand vor Steuern ein Ergebnis von 2,39 (1,93) Mrd. Euro zu Buche. An den Fiskus führte Fresenius 2012 Steuern in Höhe von 659 (604) Mill. Euro ab. Nach Anteilen Dritter (im Wesentlichen Fresenius Medical Care) von minus 806 (minus 638) Mill. Euro wuchs der Konzernjahresüberschuss um satte 34% auf 926 (690) Mill. Euro. Dabei waren abermals Sondereffekte angefallen, die das Ergebnis um 12 Mill. Euro drückten. Unter den Sondereinflüssen waren auch Aufwendungen, die im Rahmen des Angebots an die Aktionäre der Rhön-Klinikum angefallen waren. Vor diesen Sondereinflüssen war das Ergebnis um 22% auf 938 (770) Mill. Euro gewachsen. Der Konzern gibt das Ergebnis je Aktie mit 5,35 (4,24) Euro an. Die Aktionäre profitieren von der starken Ergebnisentwicklung über eine abermals auf 1,10 (0,95) Euro je Aktie angehobene Dividende. Der Konzern zählt mit seiner stringenten Dividendenstrategie zu den kontinuierlichsten Dividendenzahlern im Dax. Im Januar 2011 wurden dabei die bestehenden 81,23 Mill. Vorzugsaktien in Stammaktien umgetauscht, so dass der Konzern jetzt nur eine Aktiengattung hat.


Weiteres Wachstum in allen Geschäftsbereichen


Generell schätzt die Konzernführung die Aussicht auf die nächsten Jahre als positiv ein. Dabei werden weiter Kosten optimiert, Kapazitäten angepasst und der Produktmix verbessert. Auf der Agenda stehen dabei folgende Themen: Wachstum der Märkte, in denen Fresenius heute schon aktiv ist; die Ausweitung der regionalen Präsenz; der Ausbau des Dienstleistungsgeschäfts und die Entwicklung innovativer Produkte und Therapien sowie selektive Akquisitionen.


Die Ziele für 2013 sind klar definiert. So soll der Konzernumsatz währungsbereinigt um 7 bis 10% über das Vorjahresniveau wachsen. Das Konzernergebnis vor Sondereinflüssen soll ebenfalls währungsbereinigt um 7 bis 12% zulegen. Bei "FMC" soll der Umsatz 2013 bei 14,6 Mrd. USD und das Ergebnis bei 1,1 bis 1,2 Mrd. USD liegen. Für "Fresenius Kabi" geht das Management von Umsatzzuwächsen im Bereich von 12 bis 14% aus, während das EBIT hier inklusive von Fenwal eine Marge von 18 bis 19% erreichen soll. "Fresenius Helios" hingegen soll mit einem Umsatzplus von 3 bis 5% ein EBIT von 360 bis 380 Mill. Euro verbuchen. "Fresenius Vamed" kann in den Prognosen der Konzernführung um 8 bis 12% bei den Umsätzen und beim EBIT um 5 bis 10% wachsen. Dabei sollen die erworbenen Gesellschaften zügig in die Fresenius-Gruppe integriert werden. Das Management strebt weiterhin hohes organisches Wachstum an und will effizient und profitabel wirtschaften.


Rasante Entwicklung in den 90er Jahren


Fresenius blickt auf eine rasante Entwicklung zurück. Beim Börsengang im Dezember 1986 präsentierte sich das Unternehmen noch als Mittelständler, dessen Geschäft die ersten Jahre in sehr ruhigen Bahnen verlief. In den 90er Jahren begab sich Fresenius plötzlich mit Riesenschritten auf den Weg zum Weltkonzern. Heute hat Fresenius eine weltweite Spitzenstellung in der Dialysetechnik inne. Neben zahlreichen kleineren Firmenkäufen wurde ein entscheidender Schritt 1996 mit der Gründung der Fresenius Medical Care AG vollzogen. In diesem Unternehmen haben Fresenius und der US-Konzern W.R. Grace ihre Dialyse-Aktivitäten zusammengeführt. Anfang Oktober 1996 wurde Fresenius Medical als erstes deutsches Unternehmen fast zeitgleich in den USA und in Deutschland an der Börse eingeführt. Während Grace zugunsten ihrer eigenen Aktionäre auf eine Beteiligung verzichtete, blieb die Fresenius AG Mehrheitsaktionär. Durch die Konsolidierung von Fresenius Medical erstmals für ein ganzes Jahr legte der Konzernumsatz von Fresenius 1997 kräftig zu.


Im Dezember 2006 hatte die Hauptversammlung der Fresenius AG den Beschluss gefasst, die Gesellschaft von einer AG in eine SE, Societas Europaea, umzuwandeln. Der Formwechsel erfolgte am 13. Juli 2007. Das Unternehmen notierte im MDax der Frankfurter Wertpapierbörse und stieg am 23. März 2009 in den Dax auf. Nach Beilegung von Klagen seitens einiger Aktionäre gegen eine Rechtsformumwandlung firmierte der Konzern am 28. Januar 2011 von einer SE in eine SE & Co. KGaA um. Zugleich wurden die Vorzugsaktien mit Wirkung zum 31. Januar 2011 im Verhältnis 1:1 in Stammaktien gewandelt. Ziel sei es, die Attraktivität der Aktie zu steigern, das Handelsvolumen anzuschieben und so den Zugang zum Kapitalmarkt zu verbessern, begründete das Management.


Aktionärsstruktur

Streubesitz 60,19%
Else Kröner-F.. 27,07%
BlackRock, Inc. 5,36%
Allianz SE 4,26%
The Capital G.. 3,12%

Leitende Positionen

Vorstand (Management)
Dr. Ulf M. Schneider Vorstand..
Dr. Francesco De Meo
Dr. Jürgen Götz
Mats Henriksson
Rice Powell
Stephan Sturm
Dr. Ernst Wastler
Aufsichtsrat (Directors)
Dr. Gerd Krick Aufsicht..
Prof. D. Michael Albrecht
Prof. Roland Berger
Dario Anselmo Ilossi
Konrad Kölbl
Klaus-Peter Müller
Dieter Reuß
Gerhard Roggemann
Dr. Gerhard Rupprecht
Stefan Schubert
Rainer Stein
Niko Stumpfögger

Beteiligungen

(an anderen Unternehmen)
Unternehmen Bet.
FRESENIUS MED.. 31,19%
RHOEN-KLINIKU.. 5,00%