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Führendes Energieunternehmen in Europa


Die RWE AG fungiert als Holding einer Unternehmensgruppe mit dem Schwerpunkt Energie. Der Konzern ist eines der führenden Strom- und Gasunternehmen in Europa. Der Fokus des Geschäfts reicht von Großbritannien bis Osteuropa. Zusätzliche Wachstumschancen werden in Ländern innerhalb und vor den Grenzen der EU wie Russland oder der Türkei erwartet. Mit der Förderung von Öl, Gas und Braunkohle, dem Bau und Betrieb von Kraftwerken, dem Handel mit Commodities, dem Transport und der Vermarktung von Strom und Gas ist RWE auf allen Wertschöpfungsstufen der Energieversorgung tätig. Der Konzern berichtet in den sieben Segmenten "Deutschland" (mit Stromerzeugung, Vertrieb und Verteilnetzen), "Niederlande/Belgien", "Großbritannien", "Zentral- und Osteuropa", "Erneuerbare Energien", "Upstream Gas & Öl" und "Trading/Gas Midstream".


Der größte Markt für RWE ist Europa: Nach eigenen Angaben ist RWE in Deutschland die Nummer eins unter den Stromerzeugern, in den Niederlanden rangiert der Konzern an zweiter Stelle und in Großbritannien ist RWE der drittstärkste Anbieter. Auch in den Märkten in Zentral- und Osteuropa nimmt RWE eine führende Position ein. Seit 2008 hat RWE mit dem größten Investitionsprogramm in der Geschichte des Unternehmens insgesamt rund 23 Mrd. Euro dafür eingesetzt, die eigene Stromerzeugung ressourcenschonender und klimafreundlicher zu machen. Von den insgesamt geplanten neun hochmodernen Gas- oder Kohlekraftwerken, waren zum Ende des Geschäftsjahres 2011 bereits zwei in Betrieb, fünf weitere nahmen ihren kommerziellen Betrieb in 2012 auf: Anfang des Jahres zwei Gaswerke in den Niederlanden, im Mai folgte ein neues Gaskraftwerk im britischen Pembroke und im Juli das neue Braunkohlekraftwerk in Neurath. Ab 2014, wenn das Neubauprogramm abgeschlossen sein wird, werden die neuen Kraftwerke rund ein Viertel der gesamten Kraftwerkskapazität des Konzerns ausmachen. Überdies zählt sich der Konzern zu den weltweit größten Investoren auf dem Gebiet der erneuerbarer Energien. Bis 2020 soll der Anteil der erneuerbaren Energien an der gesamten Erzeugungskapazität des Konzerns von derzeit 8% auf 20% steigen.


In einem Marktumfeld, das starken Wandlungen unterliegt, hat sich die RWE im Geschäftsjahr 2012 laut Management gut behauptet. Politische Entscheidungen wie etwa der beschleunigte Ausstieg Deutschlands aus der Kernenergie sowie zusätzliche erhobene Abgaben und erhöhte Steuern belasten das Geschäft. Um diesem Wandel erfolgreich begegnen zu können, hat sich RWE dem Ziel verschrieben, nachhaltiger, internationaler und robuster zu werden. Daher war das Geschäftsjahr 2012 wie schon das Vorjahr von gezielten Desinvestitionen geprägt, die zum Bilanzstichtag eine Gesamthöhe von 2,1 Mrd. Euro erreichten. Die Verkäufe sollen laut jüngstem Geschäftsbericht dazu beitragen, die Verschuldung des Konzerns abzubauen und dessen Ertragskraft zu stärken. Die Neuinvestitionen beliefen sich demgegenüber auf 5,5 Mrd. Euro. Wenn das Kraftwerksneubauprogramm im Jahr 2015 abgeschlossen sein wird, sollen die Sachinvestitionen auf 3 bis 4 Mrd. Euro jährlich gedrosselt werden. Mit Strukturverbesserungen will man zudem die Effizienz verbessern und die erwarteten Ertragseinbußen so niedrig wie möglich halten.


Mit 52,0 (i.V. 49,2) Gigawatt (GW) Kraftwerkskapazität ist die RWE zum Ende des Geschäftsjahres 2012 der fünftgrößte Energieerzeuger Europas. Nach Primärenergien hat Gas mit 30 (24,1)% den größten Anteil an der Gesamtleistungskapazität des Konzerns, gefolgt Steinkohle mit 23,3 (28,4)% und Braunkohle mit 21,4 (21,5)%. Der Anteil der erneuerbaren Energien wuchs auf 8,0 (7,6)% und überholte damit den Energieträger Kernenergie, dessen Anteil auf 7,5 (7,9)% sank. Von den Kapazitäten zur Stromerzeugung entfallen auf den Unternehmensbereich Deutschland 58 (64)%, auf Großbritannien 26 (23)% und auf die Niederlande/Belgien 9 (6)%. In der Stromerzeugung investiert RWE nach eigenen Angaben in das Wachstum in Polen und in der Türkei. Derzeit werde im türkischen Denizli ein hochmodernes Gaskraftwerk mit 775 MW Nettoleistung errichtet. In der Türkei zieht RWE darüber hinaus den Einstieg in die Stromerzeugung aus Wasserkraft in Betracht. In Polen errichtete der Konzern bereits mehrere Onshore-Windparks.


Das Segment "Deutschland" umfasst die beiden Felder "Erzeugung" sowie "Vertrieb/Verteilnetze". Im Bereich "Erzeugung" sind die Aktivitäten der RWE Power angesiedelt, "Vertrieb/Verteilnetze" werden von der RWE Deutschland gesteuert, zu der im Wesentlichen die Netzgesellschaften Rhein-Ruhr und Westfalen-Weser-Ems, die RWE Vertrieb, die RWE Effizienz, die RWE Gasspeicher sowie die deutschen Regionalgesellschaften der RWE gehören. Das Geschäftsfeld "Vertrieb und Verteilnetze" umfasst auch einige ausländische Aktivitäten: die Minderheitsbeteiligungen an der österreichischen KELAG und der luxemburgischen ENOVOS sowie das Wassergeschäft in Zagreb (Kroatien). Der Außenumsatz des Segments "Deutschland" wuchs im abgeschlossenen Geschäftsjahr um 15,9% auf 24,94 (i.V. 21,52) Mrd. Euro. Davon entfielen 1,23 (1,17) Mrd. Euro auf das Geschäftsfeld "Erzeugung" und 23,71 (20,35) Mrd. Euro auf das Geschäftsfeld "Vertrieb/Verteilnetze". Als Hauptgrund für den starken Anstieg nannte das Management, dass die mit Amprion erzielten Erlöse der deutschen Verteilnetzbetreiber nicht mehr als Innen-, sondern als Außenumsatz erfasst werden. Auch Preissteigerungen und eine stärkere Nachfrage von Weiterverteilern weiteten das Geschäft aus. 2012 produzierte RWE in Deutschland mit 155,5 (152,0) Mrd. kWh 2% mehr Strom als im Vorjahr. Der Außenabsatz von Strom in Deutschland wuchs 2012 auf 133,5 (117,3) Mrd. kWh. Der Außenabsatz beim Gas ging dagegen auf 74,0 (83,3) Mrd. kWh zurück. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg 2012 um 10,3% auf 5,98 (5,42) Mrd. Euro, davon entfielen 3,71 (3,25) Mrd. Euro auf die "Stromerzeugung" und 2,27 (2,17) Mrd. Euro auf das Geschäftsfeld "Vertrieb/Verteilnetze". Hier machten sich laut Geschäftsbericht Effizienzsteigerungen sowie Erfolge bei der Akquise und Bindung von Haushaltskunden positiv bemerkbar.


Das Segment "Niederlande/Belgien" umfasst im Wesentlichen die Erzeugungs- und Verteilungsaktivitäten der niederländischen Tochtergesellschaft Essent. Allerdings wird die Windstromerzeugung von Essent im Segment "Erneuerbare Energien" ausgewiesen; die Handelsaktivitäten einschließlich des Key-Account-Geschäfts sind dem Segment "Trading /Gas Midstream" zugeordnet. Seit 2013 wird die Stromerzeugung auf die neu gegründete RWE Generation übertragen und Essent konzentriert sich auf den Vertrieb von Strom und Gas an Endkunden. Der Außenumsatz des Segments "Niederlande/Belgien" legte im Berichtsjahr um 2% auf 5,94 (5,82) Mrd. Euro zu. Im Zuge der zu Beginn des Jahres ans Netz gegangenen zwei neuen Gaskraftwerke Clus C und Mordijk 2 stieg die Stromerzeugung um 28% auf 14,8 Mrd. kWh. Doch laut Management belastete die schwierige Marktsituation in der Stromerzeugung das Ergebnis. Dieser Effekt konnte auch durch kostensenkende Maßnahmen und die Optimierung des Gasbezugs nicht aufgefangen werden. Durch kostenbedingte Preisanpassungen stiegen die Stromerlöse geringfügig auf 2,16 Mrd. Euro. Der Gasumsatz wuchs aus gleichem Grund um 3% auf 3,55 Mill. Euro. Der Stromabsatz blieb im Vergleich zum Vorjahr mit 20,9 (21,0) Mrd. kWh stabil und der Außenabsatz beim Gas fiel auf 81,0 (87,7) Mrd. kWh. Das EBITDA legte im Vergleich zum Vorjahr um 9,7% zu auf 507 (462) Mill. Euro.


Im Segment "Großbritannien" ist das Geschäft der RWE npower angesiedelt. Das Unternehmen produziert Strom aus Gas, Steinkohle, Öl und Biomasse. Außerdem verkauft RWE npower Strom und Gas an Endkunden. Nach der Übertragung der Stromerzeugungskapazitäten auf die neue RWE Generation wird sich RWE npower auf den Vertrieb fokussieren. In Großbritannien stiegen die Außenerlöse des Konzerns im Berichtsjahr um 17% auf 9,02 (7,70) Mrd. Euro. Wechselkursbereinigt betrug der Zuwachs 9%. Die Erlöse im Stromgeschäft beliefen sich auf 6,32 Mrd. Euro. Im Gasvertrieb erzielte RWE npower einen Umsatz von 2,19 Mrd. Euro und damit einen wechselkursbereinigten Zuwachs gegenüber dem Vorjahr von 20%, der laut Management auf die kühlere Witterung und auf Preisanpassungen zurückzuführen ist. Das Volumen des eigenerzeugten Stroms stieg im abgeschlossen Geschäftsjahr um 47% auf 43,9 (29,9) Mrd. kWh. Das neue Kraftwerk in Pembroke, eine deutlich bessere Auslastung der Gaskraftwerke als in Kontinentaleuropa und ein Plus der Erzeugung aus erneuerbaren Energien trugen zu der starken Steigerung bei. Während der Außenabsatz beim Strom mit 49,5 (50,3) Mrd. kWh stabil blieb, legte der Außenabsatz beim Gas kräftig auf 46,4 (40,2) Mrd. kWh zu. Unterstützt von umfangreichen Maßnahmen zur Kostensenkung und Effizienzverbesserung wurde das EBITDA um starke 36,5% auf 827 (606) Mill. Euro gesteigert.


Im Segment "Zentralost-/Südosteuropa" sind die Gesellschaften in Polen, Ungarn, Tschechien, der Slowakei und der Türkei zusammengefasst. Die Unternehmen des Segments "Zentralost-/Südosteuropa" werden seit 2011 von der neu gegründeten RWE East mit Sitz in Prag geführt. Eine Ausnahme bildet NET4GAS, der Betreiber der tschechischen Gasfernleitungsnetzes: Aufgrund regulatorischer Vorgaben wird diese Gesellschaft direkt von der RWE AG geführt, in der Berichterstattung ist sie aber Teil des Segments "Zentralost-/Südosteuropa". In Tschechien umfassen die Aktivitäten von RWE den Vertrieb, die Verteilung, den überregionalen Transport, den Transit, die Speicherung von Gas sowie die Vermarktung von Strom. In Ungarn deckt RWE die gesamte Stromwertschöpfungskette ab, von der Produktion über den Verteilnetzbetrieb bis zum Endkundengeschäft, und ist über Minderheitsbeteiligungen in der Gas- und Wasserversorgung tätig. Die polnischen Aktivitäten umfassen die Verteilung und den Vertrieb von Strom. In der Slowakei ist der Konzern über Minderheitsbeteiligung an VSE im Stromnetz- und im Stromendkundengeschäft sowie über RWE Gas Slovensko im Gasvertrieb aktiv. In der Türkei wird derzeit gemeinsam mit einem Partner ein Gaskraftwerk errichtet, das 2013 den kommerziellen Betrieb aufnehmen soll. 2012 verbuchte das Segment Außenerlöse von 5,17 (4,99) Mrd. Euro und damit 6% mehr als im Vorjahr. Wechselkursbereinigt belief sich der Zuwachs auf 6%. Dabei blieb das Stromgeschäft mit 2,39 Mrd. Euro nahezu stabil, während das Gasgeschäft mit einem wechselkursbereinigten Plus von 13% auf 2,76 Mrd. Euro anstieg. Vor allem das Geschäft mit tschechischen Weiterverteilern konnte ausgebaut werden. Bedingt durch Instandhaltungsmaßnahmen erzeugte dieses Segment 2012 mit 5,6 (5,9) Mrd. kWh etwas weniger Strom als im Vorjahr. Während der Außenabsatz beim Strom mit 23,1 (23,7) Mrd. kWh unter dem Vorjahreswert blieb, erhöhte sich der Außenabsatz bei Gas auf 63,3 (58,9) Mrd. kWh. Laut Geschäftsbericht standen in Tschechien Verbesserungen im Gasvertrieb und bei den Transiterlösen Rückgänge im Verteilnetz und im inländischen Gastransportgeschäft gegenüber. Im polnischen Stromgeschäft ist das betriebliche Ergebnis trotz intensiven Wettbewerbs am Endkundenmarkt gestiegen. In Ungarn schloss der Stromvertrieb wegen negativer Mengen- und Preiseffekte unter Vorjahr. Im Ergebnis gab das EBITDA im Vergleich zum Vorjahr um 4,3% nach auf 1,31 (1,36) Mrd. Euro.


Im Segment "Erneuerbare Energien" sind die Aktivitäten der RWE Innogy angesiedelt, die auf die Stromerzeugung aus regenerativen Quellen spezialisiert ist. Dazu zählt auch die Stromproduktion der Windkraftanlagen von Essent. Weil der von RWE Innogy produzierte Strom seit 2012 verstärkt über RWE Supply & Trading vermarktet wurde, schrumpften die Erlöse im Segment "Erneuerbare Energien" im Berichtsjahr um 13,0% auf 387 (443) Mill. Euro. 2012 stieg die Stromproduktion in diesem Segment um 14% auf 7,3 (6,4) Mrd. kWh. Laut Management standen hohen Kosten für die Entwicklung von Wachstumsprojekten positive Effekte aus der Inbetriebnahme neuer Stromerzeugungskapazitäten gegenüber. Das Segment-EBITDA wuchs um 7,7% auf 364 (338) Mill. Euro.


Im Segment "Upstream Gas & Öl" ist das Geschäft der RWE Dea zusammengefasst. Zu RWE Dea gehören die Gas- und Erdölgewinnung, deren regionaler Schwerpunkt auf Deutschland, Großbritannien, Norwegen und Ägypten liegt. Der Außenumsatz des Segments legte im Berichtsjahr um 4,5% auf 1,85 (1,77) Mrd. Euro zu, wobei hier nach Angaben des Managements erhöhte Absatzpreise und eine deutliche Aufwertung des US-Dollars positiv zu Buche schlugen, während geringere Fördermengen den Umsatzanstieg bremsten. 2012 förderte RWE Dea 2,58 (2,66) Mill. Kubikmeter Gas und 2,40 (2,48) Mill. Kubikmeter Öl. Zusammengerechnet ergibt sich eine Gesamtförderung von 4,89 (5,06) Mill. Kubikmetern und damit leichtes Minus im Vergleich zum Vorjahr von 2,6%. Der Außenabsatz an Gas sank 2012 auf 15,9 (17,7) Mrd. kWh. Dank gestiegener Gas- und Ölpreise und der Aufwertung des US-Dollars sowie einem geringeren Explorationsaufwand verbesserte sich das EBITDA um 12,8% auf 1,04 (0,92) Mrd. Euro. Mit Veröffentlichung der Ergebnisse des Geschäftsjahres 2012 teilte der RWE-Vorstand mit, dass sich der Konzern aus der Exploration und Förderung von Erdöl und Erdgas zurückziehen will und daher Verkaufsoptionen für die Fördertochter der Gesellschaft prüft. Die geplante Veräußerung steht laut Management im Zusammenhang mit der strategischen Weiterentwicklung des Konzerns. Sie führt zudem zu einer erheblichen Entlastung des künftigen Investitionsvolumens und leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung der Finanzkraft von RWE


Das Segment "Trading/Gas Midstream" wird von der RWE Supply & Trading repräsentiert. Neben dem Energiehandel und dem Gas-Midstream-Geschäft enthält es auch das Vertriebsgeschäft mit den großen deutschen Industrie- und Geschäftskunden. Im Segment "Trading/Gas Midstream" blieben die Außenerlöse im Berichtsjahr mit 5,70 (5,75) Mrd. Euro nahezu auf dem Vorjahresniveau. Laut Geschäftsbericht standen steigende Umsätze aus dem Gasverkauf sinkenden Erlösen aus dem Ölgeschäft gegenüber. Das Segment setzte 2012 mit 48,7 (49,6) Mrd. kWh etwas weniger Strom als ein Jahr zuvor ab. Ebenfalls rückläufig war der Außenabsatz an Gas, der auf 26,2 (34,4) Mrd. kWh nachgab. Das EBITDA konnte mit minus 591 (minus 784) Mill. Euro im Vergleich zum Vorjahr verbessert werden.


Im Segment "Sonstige/Konsolidierungen" sind einzelne konzernübergreifende Aktivitäten ausgewiesen. Neben der Konzernholding zählen interne Dienstleister wie RWE Service, RWE IT und RWE Consulting sowie RWE Technology zu diesem Segment. Der Außenumsatz im Segment "Sonstige/Konsolidierung" blieb mit 311 Mill. Euro deutlich unter dem Vorjahreswerte von 3,70 Mrd. Euro. Hier fiel das EBITDA mit minus 116 (plus 132) Mill. Euro negativ aus.


Zum 1. Januar 2013 bündelte der Konzern seine gesamten konventionellen Stromerzeugungskapazitäten unter dem Dach der neu gegründeten RWE Generation SE.


Hohe Abschreibungen belasten das Konzernergebnis


Die Umsatzerlöse des Konzerns verbesserten sich 2012 um 3,0% auf 53,23 (i.V. 51,69) Mrd. Euro. Rund die Hälfte davon entfiel auf den Heimatmarkt Deutschland, die andere Hälfte erzielte RWE im Ausland. Dabei wuchsen die Stromerlöse der RWE in 2012 um 1,5% auf 34,26 (33,77) Mrd. Euro. Die Erlöse aus dem Gasgeschäft legten um 7,5% zu auf 14,22 (13,23) Mrd. Euro, im Ölgeschäft schrumpften sie hingegen um 6,2% auf 1,54 (1,64) Mrd. Euro. Die direkte Erdgas- und Stromsteuer sank gleichzeitig um 3,0% auf 2,46 (2,53) Mrd. Euro.


Nach Regionen untergliedert blieb "Deutschland" mit einem Umsatzanteil von 54,4 (53,2)% der mit Abstand größte nationale Einzelmarkt für RWE, gefolgt von "Großbritannien" mit 18,4 (17,0)% und den "Niederlanden" mit 9,4 (10,6)%. Auf "Tschechien" entfielen 5,9 (5,3)%, auf "Ungarn" 4,4 (4,2)% und auf "sonstige Länder" insgesamt 7,5 (9,7)%.


Das eigenerzeugte Stromaufkommen im Konzern wuchs um 10,4% auf 227,1 (225,3) Mrd. kWh. Vom eigenerzeugten Strom entfielen 81,0 (74,1) Mrd. kWh auf Braunkohle, 60,6 (47,8) Mrd. kWh auf Steinkohle, 39,6 (38,5) Mrd. kWh auf Gas und 30,7 (34,3) Mrd. kWh auf Kernenergie. Das Stromaufkommen aus erneuerbaren Energien legte auf 12,4 (8,8) Mrd. kWh kräftig zu. Mit Pumpwasser, Öl und sonstigen Mitteln erzeugte der Konzern 2,8 (2,2) Mrd. kWh. Damit entfielen wie im Vorjahr 36% der Stromproduktion auf den Primärenergieträger Braunkohle, 27 (23)% auf Steinkohle, 17 (19)% auf Gas, 14 (17)% auf Kernenergie und 5 (4)% auf erneuerbare Energien.


Der Außenabsatz Strom sank um minus 5,7% auf 277,8 (294,6) Mrd. kWh. Dabei entfielen 61,7 (62,6) Mrd. kWh auf Privat- und Gewerbekunden, 112,7 (113,1) Mrd. kWh auf Industrie- und Geschäftskunden, 86,4 (98,1) Mrd. kWh auf Weiterverteiler und 17,0 (20,8) Mrd. kWh auf den Stromhandel. Der Außenabsatz Gas gab konzernweit um minus 4,8% auf 306,8 (322,2) Mrd. kWh nach. Davon entfielen 131,2 (129,4) Mrd. kWh auf Privat- und Gewerbekunden, 106,9 (129,2) Mrd. kWh auf Industrie- und Geschäftskunden und 68,7 (63,6) Mrd. kWh auf Weiterverteiler.


Während die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung um 2,7% auf 150,0 (146,0) Mill. Euro zulegten, blieb der Verwaltungsaufwand mit 219,0 Mill. Euro auf dem Niveau des Vorjahres. Material- und Personalaufwand legten zwar auch zu, allerdings weniger als der Umsatz. In der Folge verbesserte sich das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um 10,1% auf 9,31 (8,46) Mrd. Euro. Jedoch schossen die Abschreibungen um fast 50% auf 5,06 (3,93) Mrd. Euro in die Höhe und reduzierten so das operative Ergebnis. Laut jüngstem Geschäftsbericht waren im Zuge neuer gesetzlicher Erfordernisse hohe Wertberichtigungen bei den niederländischen Kraftwerken erforderlich.


Zudem blieben sowohl das Beteiligungsergebnis mit 477 (528) Mill. Euro und das Zinsergebnis mit minus 863 (minus 633) Mill. Euro unter den entsprechenden Vorjahreswerten. So summierte sich das Ergebnis vor Steuern lediglich auf 2,23 (3,02) Mrd. Euro. Nach Steuern von 526 (854) Mill. Euro und Anteilen Dritter von minus 398 (minus 364) Mill. Euro blieb unter dem Strich ein Konzernjahresgewinn von 1,31 (1,81) Mrd. Euro, fast 28% weniger als im Vorjahr. Je Aktie beziffert RWE den Gewinn auf 2,13 (3,35) Euro. Dass das Ergebnis je Aktie noch stärker zurückgegangen ist als der Konzerngewinn, ist dem Umstand der in 2011 durchgeführten Kapitalerhöhung geschuldet, mit der die Zahl der Aktien von 539 auf 614,5 Millionen stieg. Den Aktionären wird wie im Vorjahr eine Dividende von 2,00 Euro je Vorzugs- und Stammaktie vorgeschlagen.


Das größte Investitionsprogramm der Konzerngeschichte ist laut Vorstand auf der Zielgeraden. Im Vergleich zum Vorjahr wurden die Investitionen des Energiekonzerns in 2012 jedoch bereits deutlich zurückgefahren: Sie fielen mit 5,54 (7,07) Mrd. Euro um etwa ein Fünftel niedriger aus als 2011.


Deutlicher Ergebnisrückgang ab 2014 absehbar


Für das laufende Geschäftsjahr erwartet RWE ein EBITDA von rund 9 (i.V. 9,3) Mrd. Euro und ein betriebliches Ergebnis von rund 5,9 (6,4) Mrd. Euro. Nach den Plänen des Vorstands werden neben dem ausstehenden Abschluss der offenen Gaspreisrevision mit Gazprom effizienzverbessernde Maßnahmen helfen, Ertragseinbußen in der konventionellen Stromerzeugung abzufedern. Bis 2015 will RWE mit einem neuen Programm zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung weitere 1 Mrd. Euro einsparen, drei Viertel davon sollen schon im laufenden Geschäftsjahr realisiert werden. Auch das nachhaltige Nettoergebnis wird so mit etwa 2,4 (2,46) Mrd. Euro voraussichtlich stabil bleiben. Allerdings wird sich dies nach Einschätzung des Konzernmanagements ab 2014 ändern. Wegen der strukturellen Veränderungen auf dem europäischen Energiemarkt geht RWE davon aus, dass das Ergebnisniveau des Konzerns dann merklich zurückgeht.


Verschmelzung von RWE und VEW


Die heutige RWE entstand im Jahr 2000. Die Aufsichtsräte von RWE AG und VEW AG haben am 23. Februar 2000 dem Fusions-Konzept zugestimmt. Durch die Verschmelzung von VEW und RWE ist ein Energiekonzern mit einem Umsatz von mehr als 50 Mrd. Euro entstanden. Das neue Unternehmen trägt den Namen RWE AG und ist unter den privatwirtschaftlichen europäischen Energieversorgern die Nummer eins. Die jährlichen Synergien wurden auf rund 725 Mill. Euro beziffert, dem standen Einmalkosten von geschätzt 500 Mill. Euro gegenüber. In den Hauptversammlungen am 27. Juni 2000 (VEW) und am 29. Juni 2000 (RWE) haben die Aktionäre beider Firmen der Fusion und dem Unternehmenskonzept zugestimmt. Am 3. Juli gab dann auch das Kartellamt grünes Licht.


Im Geschäftsjahr 2004 leitete RWE die Trennung vom Entsorgungsgeschäft, dem Bereich RWE Umwelt, ein. Die Gründe für den im Februar 2004 verkündeten Strategieschwenk waren Renditeschwäche, das stark fragmentierte und mittelständisch geprägte Branchenumfeld in Deutschland sowie das geringe Synergiepotenzial mit den anderen Sparten. Im ersten Halbjahr 2004 verkaufte RWE Umwelt das noch verbliebene Auslandsgeschäft in Großbritannien, Tschechien und Ungarn sowie Randaktivitäten. Im September 2004 teilte RWE mit, rund 70% des Geschäftsvolumens der RWE Umwelt an die Rethmann-Gruppe, die Nr. 2 am deutschen Entsorgungsmarkt zu verkaufen. Im Februar 2005 meldete RWE mit der Zustimmung des Bundeskartellamts den Vollzug dieser Transaktion. Der Verkauf der restlichen 30% des Umsatzvolumens, die aus kartellrechtlichen Gründen zunächst bei RWE verblieben, wurde Anfang Oktober 2005 abgeschlossen. Im Geschäftsjahr 2004 hatte RWE Umwelt einen Außenumsatz von 1,83 (i.V. 1,94) Mrd. Euro erzielt. Im Jahresabschluss 2005 hatte RWE das Umweltgeschäft als "nicht fortzuführende Aktivität" klassifiziert.


Im Geschäftsjahr 2004 war auch der weitgehende Abbau der nicht-strategischen Beteiligungen an Hochtief und Heidelberger Druck erfolgt. Damit schloss RWE nach eigenen Angaben die Fokussierung auf das Kerngeschäft Energie und Wasser nahezu ab. Am 25. Februar 2004 platzierte RWE durch ein kombiniertes Angebot von Hochtief-Aktie und einer Umtauschanleihe auf Hochtief-Aktien die gesamten 39,3 Mill. Aktien bei institutionellen Investoren. Der Verkaufserlös betrug 728 Mill. Euro. Die Beteiligung von RWE verringerte sich dadurch von 56,1% auf 9,6% bzw. rund 6,7 Mill. Aktien, die zur Bedienung der dreijährigen Umtauschanleihe reserviert waren.


Am 5. und 6. Mai 2004 wurden ähnlich wie bei Hochtief in einer kombinierten Transaktion Heidelberger-Druckmaschinen-Aktien direkt veräußert und eine Umtauschanleihe auf Titel des Unternehmens begeben. Dabei erzielte RWE einen Gesamterlös von knapp 1,3 Mrd. Euro. Im Rahmen der direkten Platzierung wurden 30 Mill. Aktien bzw. 34,9% des gezeichneten Kapitals bei institutionellen Investoren untergebracht. Die dreijährige Umtauschanleihe auf Heidelberg-Aktien hatte ein Volumen von 460 Mill. Euro. Die nach der direkten Platzierung bei RWE verbliebenen 12,9 Mill. Aktien sind für ihre Bedienung reserviert.


Aktionärsstruktur

Streubesitz 60,67%
RW Energie-Be.. 16,09%
Privataktionäre 13,00%
BlackRock, Inc. 5,31%
Credit Suisse.. 2,75%
Société Génér.. 1,12%
Belegschaftsa.. 1,00%
Commerzbank AG 0,04%
Deutsche Bank.. 0,02%

Leitende Positionen

Vorstand (Management)
Peter Terium Vorstand..
Dr. Leonhard Birnbaum
Dr. Bernhard Günther
Dr. Rolf Martin Schmitz
Uwe Tigges
Aufsichtsrat (Directors)
Dr. Manfred Schneider Aufsicht..
Werner Bischoff
Dr. Werner Brandt
Frank Bsirske
Reiner Böhle
Dieter Faust
Roger Graef
Arno Hahn
Manfred Holz
Prof. Dr. Hans-Peter Keitel
Frithjof Kühn
Hans-Peter Lafos
Christine Merkamp
Dagmar Mühlenfeld
Dagmar Schmeer
Dr.-Ing. Ekkehard D. Schulz
Dr. Wolfgang Schüssel
Ullrich Sierau
Manfred Weber
Dr. Dieter Zetsche

Beteiligungen

(an anderen Unternehmen)
Unternehmen Bet.
LECHWERKE AG 89,87%
HEIDELBERGER .. 4,22%