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Weltweite Distributions- und Logistikleistungen


Die Deutsche Post AG ist ein internationales Unternehmen, das im Konzernverbund Deutsche Post DHL ein umfangreiches Portfolio von Distributions- und Logistikleistungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette aus einer Hand anbietet. Der Konzern sieht sich selbst als weltweit führender Post- und Logistikdienstleister. Während die Deutsche Post für Kommunikationsdienstleistungen steht, hat der Konzern sein Logistikgeschäft im Teilkonzern DHL zusammengefasst. Die Aktivitäten des Gesamtkonzerns sind in vier operative Segmente gegliedert: "Brief", "Express", "Global Forwarding/Freight" und "Supply Chain". Das Segment "Corporate Center" umfasst die "Global Business Services (GBS) ", das "Corporate Center" sowie andere nicht-operative Geschäftstätigkeiten. Zum Konzern gehörte bis 2009 auch die Deutsche Postbank, eine der größten Privatbanken des Landes.


Im Segment "Brief" zählt sich die Deutsche Post zu einem der größten Post-Dienstleister in Europa. Neben dem Transport und der Zustellung schriftlicher Kommunikation versteht sich das Segment "Brief" als umfassender Dienstleister für das Management schriftlicher Mitteilungen. Seit 2010 unterteilt sich das Segment in die Geschäftsfelder "Brief Kommunikation", "Dialog Marketing", "Presse Services", "Mehrwertleistungen", "Paket Deutschland", "Filialen", "Renten-Services" und "Global Mail". Kern des weitreichenden deutschen Distributionsnetzwerks waren Ende des abgelaufenen Jahres 82 Brief- und 33 Paketzentren sowie 2.500 Packstationen, 1.000 Paketboxen sowie rund 20.000 Filialen und Verkaufspunkte. Mitte 2010 wurde die Managementstruktur bei Williams Lea Deutschland verändert und mit dem Unternehmensbereich "Brief" zusammengeführt. Hier sollen beim Drucken, Scannen und dem Poststellenservice Synergien gehoben werden.


Das Geschäftsfeld "Brief Kommunikation "umfasst die Bereiche Briefprodukte, Zusatzleistungen, Frankierung und Philatelie. Mit 64 Mill. Briefen, die das Unternehmen jeden Werktag in Deutschland zustellt, nimmt der Konzern für sich in Anspruch, das größte Postunternehmen Europas zu sein. Seit der vollständigen Liberalisierung des Briefmarktes in Deutschland im Jahr 2008 herrscht im Heimatmarkt des Konzerns ein stärkerer Wettbewerb, zumal die papiergebundene Post mehr und mehr von elektronischer Datenübermittlung via E-Mail oder per SMS ersetzt wird. Dieser ohnehin rückläufige Markttrend wurde nach Unternehmensangaben von der Wirtschaftskrise noch unterstützt. 2010 konnte der Konzern jedoch mit dem E-Postbrief gegensteuern, mit dem eine vertrauliche und verlässliche Kommunikation ermöglicht wird. Seit Mitte 2010 muss der Konzern Mehrwertsteuer auf Umsätze mit Geschäftskunden erheben. Die Post hält nach eigenen Angaben in Deutschland einen Marktanteil am Markt für Briefkommunikation Geschäftskunden von 62,7 (63,7)%. Der Umsatz des Bereichs Brief Kommunikation sank 2012 um 3,6% auf 5,24 (i.V. 5,43) Mrd. Euro.


Im Geschäftsfeld "Dialog Marketing" (zuvor: "Direkt Marketing") stellt die Post technische Lösungen für Unternehmen bereit, mit denen diese ihre Kunden gezielt ansprechen können. Der Bereich gliedert sich in die Untersektionen Werbepost, Telefon- und E-Mail-Marketing. Zentraler Mehrwert sind hier überprüfte, bereinigte und ergänzte Adressen. Deren Qualität wird über Online-Tools und Dienstleistungen gesichert. Die Post berät, konzipiert, plant und kauft die geeigneten Werbeträger ein und versendet diese schließlich, womit eine Brücke zwischen dem Dialogmarketing und der klassischen Werbung geschlagen wird. Der Marktanteil des Konzerns in Deutschland konnte 2012 bei 13,5% gehalten werden. Der Umsatz im Bereich "Dialog Marketing" gab in Folge des schwächelnden Versandhandels und der hier negativ wirkenden Insolvenz von Neckermann jedoch um 4,1% auf 2,50 (2,61) Mrd. Euro zurück.


Das Geschäftsfeld "Presse Services" (zuvor: Presse Distribution) vereint die beiden Untersektionen Postvertriebsstück und Pressesendungen. Hier werden Tageszeitungen, Zeitschriften und andere Presseprodukte verteilt. Als Zusatzleistung werden die Adressen elektronisch aktualisiert und Dienste im Qualitäts- und Reklamationsmanagement übernommen. Die Post konkurriert in diesem Bereich mit den Zustellgesellschaften der regionalen Tageszeitungsverlage. Ergänzend bietet die Deutsche Post Verlagen und Journalisten mit www.DieRedaktion.de einen Marktplatz für journalistische Inhalte im Internet. In einem abermals schrumpfenden nationalen Gesamtmarkt für Presseerzeugnisse, dem sich die Einstellung von Titeln wie auch deren geringerer Umfang negativ auswirkten, behauptete die Post 2012 ihren Marktanteil von 11,4 (11,4)%. Der Umsatz ging gleichzeitig um 4,9% auf 744 (782) Mill. Euro zurück.


Das Geschäftsfeld "Paket Deutschland" ist fokussiert auf Paketprodukte, Zusatzleistungen und Packstationen, die unter der Marke DHL vermarktet werden. Neben den rund 20.000 Filialen und Verkaufspunkten stehen den Postkunden 2.500 Packstationen und rund 1.000 Paketboxen zur Verfügung. Täglich befördert der Konzern mehr als 3 Mill. Pakete innerhalb Deutschlands. Da das Paketgeschäft durch den seit Jahren wachsenden Internethandel deutlich angewachsen ist, tummeln sich auf dem deutschen Markt starke Wettbewerber wie DPD, UPS, GLS und Hermes. In diesem Umfeld konnte die Post ihren Anteil am deutschen Paketmarkt mit 40,9 (39,5)% ausbauen. Dabei hatte der Konzern den Zustellservice an Privat- und Geschäftsadressen aus dem "Supply Chain"-Bereich in das Geschäftsfeld "Paket Deutschland" umgegliedert. Der Umsatz des Geschäftsfeldes "Paket Deutschland" legte 2012 mit 3,48 (3,18) Mrd. Euro um 9,4% zu und wuchs damit sogar stärker als der deutsche Paketmarkt, der um 6,3% expandierte.


Das Geschäftsfeld "Global Mail" gliedert sich in die Untersektionen Import und Export von Briefen, grenzüberschreitender Briefverkehr, Briefdienstleistungen in Inlandsmärkten anderer Länder und Zusatzleistungen. Dabei agiert der Konzern für Geschäftskunden in den USA und China. Die Aktivitäten in Frankreich und den USA wurden 2009 in Reaktion auf die Folgen der Finanzkrise eingeschränkt. In 21 europäischen Ländern bietet der Konzern Internethändlern Retourenlösungen an. Der Umsatz wuchs 2012 um 1,1% auf 1,71 (1,69) Mrd. Euro. Dabei stagniert der Markt zwar insgesamt, aber die Deutsche Post konnte 2012 trotz des schwierigen Umfelds ihren Marktanteil auf 15,8 (15,7)% leicht anheben.


Das Geschäftsfeld "Mehrwertleistungen "umfasst das Dokumenten- und Poststellenmanagement wie auch den Bereich Druckdienstleistungen. Es gab 2012 um 0,8% auf 236 (238) Mill. Euro nach. Das Geschäftsfeld "Renten-Service" kam um 1,0% auf 101 (100) Mill. Euro voran. Das "Filialgeschäft" konnte 2012 mit Umsätzen von 850 (822) Mill. Euro um 3,4% wachsen.


Insgesamt erreichte die Deutsche Post im Segment "Brief" im Geschäftsjahr 2012 einen stagnierenden Umsatz von 13,97 (13,97) Mrd. Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) gab um 5,1% auf 1,05 (1,11) Mrd. Euro nach. Die EBIT-Marge sank entsprechend auf 7,5 (7,9)%.


Der Teilkonzern DHL umfasst die drei Segmente "Express", Global Forwarding, Freight" und "Supply Chain". Im Segment "Express" bietet die Deutsche Post internationale und nationale Kurier- und Expressdienstleistungen für Geschäfts- und Privatkunden an. Mit den beiden Angeboten "Time Definite" und "Same Day" bietet die Deutsche Post die zeitgenaue oder schnellstmögliche Zustellung von Sendungen. Ergänzt wird das Angebot in einzelnen Märkten um die taggenaue Zustellung mit dem Angebot "Day Definite". Das Segment ist in die regionalen Geschäftsfelder "Express Europe", "Express Americas", "Express Asia Pacific" und "Express MEA" (Middle East and Africa) eingeteilt. Insgesamt deckt Express 220 Länder und Territorien ab. Es werden 2,6 Mill. Kunden über 36.750 Servicepunkte bedient. Der Umsatz des Segments "Express" wuchs im Berichtsjahr 2012 um 9,3% auf 12,78 (11,69) Mrd. Euro. Dabei legten die Erlöse in "Europa" auf um 4,7% auf 5,61 (5,36) Mrd. Euro zu. Der Marktanteil von DHL am internationalen europäischen Expressmarkt lag 2012 bei 41%. In der Region "Americas" konnten die Umsätze 2012 deutlich um 20,6% auf 2,28 (1,89) Mrd. Euro anwachsen. Der DHL Marktanteil lag bei 16%. In der Region "Asien/Pazifik" kletterten die Erlöse ebenfalls deutlich um 15,7% auf 4,30 (3,72) Mrd. Euro, so dass der Marktanteil hier bei 40% lag. In der Region "MEA" wuchs der Umsatz um 12,3% auf 961 (856) Mill. Euro. Beim Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) im Geschäftssegment "Express" konnte der Konzern deutlich um 21,0% auf 1,11 (0,92) Mrd. Euro zulegen. Das entspricht einer EBIT-Marge von 8,7 (7,8)%.


Das Segment "Global Forwarding, Freight" enthält das Speditionsgeschäft des Konzerns, den Schienen-, Straßen-, Luft - und Seetransport von Gütern. Dabei ist die Deutsche Post nach eigener Einschätzung einer der weltweit größten Anbieter für Luft - und Seefracht und einer der führenden Landfrachttransporteure in Europa. Das Segment "Global Forwarding, Freight" teilt sich in die zwei Bereiche "Global Forwarding" und "Freight" bzw. in Luftfracht, Seefracht und europäischer Landverkehr. In der Luftfracht ist DHL weltweit führend. In der Seefracht lag der Marktanteil weltweit hinter dem deutschen Konkurrenten Kühne + Nagel auf Platz zwei und im europäischen Markt für Straßentransport nimmt DHL ebenfalls die Nummer zwei ein. Im abgeschlossenen Geschäftsjahr gewann der Umsatz im Segment "Global Forwarding, Freight" um 3,6% auf 15,67 (15,12) Mrd. Euro. Davon entfielen auf den Bereich "Global Forwarding" 11,60 (11,09) Mrd. Euro und auf den Bereich "Freight" 4,19 (4,16) Mrd. Euro. Unter dem Strich stieg das EBIT des Segments "Global Forwarding, Freight" um 16,4% auf 512 (440) Mill. Euro. Das entspricht einer EBIT-Marge von 3,3 (2,9)%.


Das Segment "Supply Chain" ist spezialisiert auf Kontraktlogistik. Als Weltmarktführer erbringt die Post hier Lager- und Landtransport-Dienstleistungen sowie Mehrwertleistungen entlang der gesamten Lieferkette für Kunden verschiedenster Sektoren. Hinzu kommen Gesamtlösungen für das Informations- und Kommunikationsmanagement. Das Segment umfasst die Geschäftsfelder "Supply Chain" sowie "Williams Lea" (ehemals Corporate Information Solutions). Das Geschäftsfeld "Supply Chain" teilt sich dabei in die Untersektionen Lagerhaltung, Distribution, Transportdienstleistungen und Mehrwertdienstleistungen (z.B. Verpackung, technische Leistungen und Beschaffung). Hinzu kommen Business Process Outsourcing, Supply-Chain-Management und -Beratung. Der Umsatz des Gerschäftsfelds "Supply Chain" wuchs 2012 um 8,3% auf 13,00 (12,00) Mrd. Euro. Im Bereich "Williams Lea" bietet der Konzern Unternehmen aus verschiedenen Branchen (Consumer, Retail, Technology etc.) Lösungen für digitale und gedruckte Informationen. Hier werden Dokumente erfasst, digitalisiert, gedruckt, gelagert, sortiert, adressiert, kuvertiert, versendet und archiviert. 2010 wurden Teile von Williams Lea Deutschland ins Briefgeschäft verlagert. 2012 lag der Umsatz im Bereich "Williams Lea" bei 1,35 (1,23) Mrd. Euro. Zum 1. April 2011 hatte sich der Bonner Konzern von der Exel-Transportation-Services-Gruppe (ETS), einem Anbieter von Frachtvermittlungs- und intermodalen Services in den USA und Kanada, getrennt, um sich so stärker auf das Kerngeschäft zu konzentrieren. Insgesamt wurden in dem Segment "Supply Chain" 2012 Erlöse von 14,34 (13,22) Mrd. Euro erzielt, ein Plus von 8,4%. Das Betriebsergebnis des Segments (EBIT) legte weiter um 14,9% auf 416 (362) Mill. Euro zu. Das entspricht einer EBIT-Marge von 2,9 (2,7)%.


Das Sammelsegment "Corporate Center" umfasst die Global Business Services (GBS), das Corporate Center, Tätigkeiten aus dem nicht-operativen Bereich sowie andere Geschäftstätigkeiten, die nicht zu den operativen Segmenten gehören. Der Umsatz des Segments belief sich im Geschäftsjahr 2012 auf 1,20 (1,26) Mrd. Euro. Als operatives Ergebnis wurden minus 420 (minus 389) Mill. Euro verbucht.


Im Zuge der Fokussierung auf einen reinen Brief- und Logistikkonzern trennte sich das Unternehmen wie bereits im September 2008 beschlossen 2009 von der Deutschen Postbank AG, die in mehreren Schritten unter das Dach der Deutschen Bank wechselte. Damit zog sich die Post aus dem Finanzsektor ganz zurück und kooperiert mit der Postbank künftig nur über die gemeinsamen Filialen. Im Oktober 2008 zeichnete die Post im Rahmen einer Kapitalerhöhung bei der Postbank gemäß ihrer vorherigen Beteiligung von 50% neue Aktien, so dass ihr Anteil auf 62,35% wuchs. Der Firmenwert der Postbank wurde im Deal mit der Deutschen Bank auf 4,9 Mrd. Euro taxiert. In Nachverhandlungen zum Jahresbeginn 2009 wurde vereinbart, dass die Deutsche Bank in einem ersten Schritt 22,9% der Postbank-Aktien erhält. Im Gegenzug bekam die Post über eine Kapitalerhöhung einen Anteil an der Deutschen Bank von 8%, der bis zum Juli 2009 auf dem Markt wieder verkauft wurde und einen Mehrerlös von 100 Mill. Euro brachte. Bis zum Jahresende 2009 waren der Deutschen Post DHL insgesamt rund 5 Mrd. Euro aus dem Verkauf des Postbank-Anteils zugeflossen. Ende Februar 2011 hat der Konzern seine restliche Beteiligung von 39,5% an der Postbank in die Position "zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte" umgegliedert. Der Beteiligungsbuchwert lag damals bei 1,80 Mrd. Euro. In einer zweiten Tranche wurden Ende Februar 2012 weitere 27,4% der Postbank-Papiere auf die Deutsche Bank übertragen. Zudem hat die Frankfurter Bank die Kaufsoption für die restlichen 12,1% der Postbank-Papiere ausgeübt. Mit der Fälligkeit der Pflichtumtauschanleihe und der Ausübung der Verkaufsoption hält der Bonner Konzern keine Anteile an der Postbank mehr. Den Abgangsgewinn beziffert die Deutsche Post 2012 auf 541 Mill. Euro. Abzüglich sonstiger Effekte durch den Postbank-Verkauf lag der Gesamteffekt bei 186 Mill. Euro.


Umsatz und Ergebnis dank Express-Geschäft im Aufwind


Nachdem sich das Geschäftsjahr in einem wirtschaftlich unsicheren Umfeld 2011 durchwachsen gestaltete, konnte die Deutsche Post 2012 auch dank des starken DHL-Geschäfts wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren. So konnten die Umsatzerlöse um 5,1% weiter auf 55,51 (i.V. 52,83) Mrd. Euro gesteigert werden und auch der Jahresüberschuss zog nach deutlich verbesserten Margen wieder deutlich an. Insgesamt konnte die Paketsparte im Segment "Brief" ein starkes Umsatzplus verbuchen, was den Volumenrückgang im Briefbereich kompensierte. Unter dem Strich bremsten Portfolioänderungen den Umsatz mit 216 (627) Mill. Euro. Da 2012 positive Währungseffekte von 1,74 (minus 0,64) Mrd. Euro das Wachstum jedoch antrieben, wuchs der im Ausland erzielte Umsatz auf 38,69 (36,09) Mrd. Euro oder 69,7 (68,3)% der Gesamterlöse.


Besonderen Fokus legt der Konzern auf den Ausbau des Logistik-Geschäfts in der Wachstumsregion Asien und so stand China 2012 im Mittelpunkt des Konzerns. Der Post-Chef Frank Appel sondierte den chinesischen Markt mit enormen Wachstumschancen in einer mehrwöchigen Tour. Mit einer Investitionssumme von 175 Mill. USD entsteht nun in Shanghai ein neues Logistikdrehkreuz für Asien, das die Hubs in Bangkok, Singapur und Hongkong ergänzen wird. Rund 20% der weltweiten Umsätze macht die Deutsche Post derzeit in der asiatisch-pazifischen Region. In China ist DHL seit 30 Jahren präsent.


Parallel zu den leicht gewachsenen Umsätzen zogen abermals auch die Transportvolumina und in Folge eines erhöhten Ölpreises auch die Frachtkosten an. Der Materialaufwand wuchs so um 4,3% auf 31,86 (30,54) Mrd. Euro. Hinzu kam das Plus beim Personalaufwand, der auf 17,77 (16,73) Mrd. Euro anstieg. Zugleich musste die Deutsche Post Abschreibungen in Höhe von 1,34 (1,27) Mrd. Euro verbuchen. Sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 4,04 (3,90) Mrd. Euro standen sonstige betriebliche Erträge von 2,17 (2,05) Mrd. Euro gegenüber. Die Erträge waren dank der aufgelösten Rückstellungen um 5,8% gewachsen. Gebremst hatten Umsatzsteuernachzahlungen.


Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) kletterte um 9,4% auf 2,67 (2,44) Mrd. Euro. Das entspricht einer EBIT-Marge von 4,8 (4,6)%. Dabei musste der Konzern 2012 Einmalbelastungen verbuchen, die die Liquidität minderten: Zum einen war das eine Umsatzsteuernachzahlung in Höhe von 482 Mill. Euro und zum anderen musste die Deutsche Post der EU-Kommission erhaltene Beihilfen zurückzahlen. Auf der anderen Seite konnten Rückstellungen in Höhe von 99 Mill. Euro aufgelöst werden, die im Rahmen der Umstrukturierung des US-Geschäftsgebildet worden sind. Mit minus 594 (minus 586) Mill. Euro sank das Zinsergebnis leicht. Dank des Abgangseffekts der Deutschen Postbank konnte das Finanzergebnis jedoch auf minus 427 (minus 777) Mill. Euro verbessert werden. Dabei hatte sich hier schon 2011 die erstmalige Marktbewertung der zweiten Tranche des Postbank-Verkaufs positiv ausgewirkt. Vor Steuern kam das Ergebnis in der Folge auf 2,24 (1,66) Mrd. Euro voran. Mit 458 (393) Mill. Euro lagen die an den Fiskus abgeführten Steuern deutlich über dem Vorjahr. Unter dem Strich konnte der Konzern nach Anteilen Dritter von minus 122 (minus 103) Mill. Euro beim Konzernjahresüberschuss einen Sprung um 42,6% auf 1,66 (1,16) Mrd. Euro verbuchen. Im Vorjahr hatten die Finanzverbindlichkeiten im Zusammenhang mit dem Verkauf der Deutschen Postbank noch mit 4,34 Mrd. Euro belastet. Das Ergebnis je Aktie wuchs auf 1,37 (0,96) Euro. Die Aktionäre erhalten eine mit 0,70 Euro konstante Dividende. Die 2012 getätigten Investitionen waren mit 1,70 (1,72) Mrd. Euro zum Vorjahr annähernd konstant.


DHL weiter als Zugpferd im Konzern


Im laufenden Jahr rechnet das Management mit einer zunehmenden Dynamik des Wachstums der Weltwirtschaft und damit mit einer Zunahme des Welthandels. Hiervon wird vor allem der Bereich DHL profitieren, was die Umsätze im Konzern antreiben wird. Insgesamt wollen die Bonner aber organisch wachsen und haben wenn, dann nur kleinere Akquisitionen im Auge. Das Konzern-EBIT sieht die Konzernspitze bei 2,7 Mrd. Euro bis 2,95 Mrd. Euro. Das Segment "Brief" wird hierzu mit 1,1 bis 1,2 Mrd. Euro und das DHL-Geschäft mit 2,0 (2,15) Mrd. Euro beitragen. Das Ergebnis im Segment "Corporate Center/Andere" soll mit minus 0,4 Mrd. Euro auf dem Vorjahresniveau liegen. Die Investitionen sollen 2013 bei 1,8 Mrd. Euro liegen. Für 2014 erwartet das Management eine weitere positive Geschäftsentwicklung, so dass die für 2015 formulierten Ertragsziele in Reichweite gelangen.


Ehemals Sondervermögen des Bundes


Früher war die Deutsche Post AG ein unselbständiger Teil der Deutschen Bundespost (Sondervermögen des Bundes). Im Jahre 1989 wurde die Deutsche Bundespost in die drei Unternehmen Deutsche Bundespost POSTDIENST, Deutsche Bundespost POSTBANK und Deutsche Bundespost TELEKOM aufgeteilt. Die Deutsche Bundespost POSTDIENST wurde dann am 20. Dezember 1994 unter der Firma Deutsche Post AG gegründet. Vom insgesamt 1,113 Mrd. Euro betragenden Grundkapital wurden 278,2 Mill. bis 319,3 Mill. Aktien mit weiteren 47,9 Mill. Aktien per Greenshoe in der Zeit vom 30. Oktober bis 16. November 2000 einer breiten Öffentlichkeit zur Zeichnung angeboten. Die Bookbuilding-Spanne lautete auf 18 bis 23 Euro. Als Emissionspreis wurden 21 Euro errechnet. Der erste Kurs im amtlichen Handel zu Frankfurt wurde am 20. November 2000 mit 21,40 Euro festgestellt. Die erlösten Mittel flossen vollständig dem Bund zu.



Aktionärsstruktur

Streubesitz 71,93%
KfW - Kredita.. 24,89%
BlackRock, Inc. 3,18%

Leitende Positionen

Vorstand (Management)
Dr. Frank Appel Vorstand..
Ken Allen
Roger A. Crook
Bruce A. Edwards
Jürgen Gerdes
Lawrence A. Rosen
Angela Titzrath
Aufsichtsrat (Directors)
Prof. Wulf von Schimmelmann Aufsicht..
Rolf Bauermeister
Hero Brahms
Heinrich Josef Busch
Werner Gatzer
Prof. Dr. Henning Kagermann
Andrea Kocsis
Thomas Koczelnik
Anke Kufalt
Thomas Kunz
Roland Oetker
Sabine Schielmann
Dr. Ulrich Schröder
Dr. Stefan Schulte
Andreas Schädler
Stephan Teuscher
Helga Thiel
Elmar Toime
Stefanie Weckesser
Prof. Katja Windt

Beteiligungen

(an anderen Unternehmen)
Unternehmen Bet.