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Premium-Marke bei Pkw und Motorrädern


Die BMW Group bezeichnet sich als das einzige Automobilunternehmen weltweit, das eine reine Premium-Mehrmarkenstrategie verfolgt. Neben den sportlichen Pkw der Marken BMW und MINI hat der Konzern mit Rolls-Royce eine dritte starke Marke in seinem Portfolio. Ebenso wie die Pkw genießen auch die Motorräder der Marken BMW und Husqvarna hohes Renommee. Als Ziel gibt die BMW Group an, mit der Konzentration auf die Premiumsegmente der internationalen Automobilmärkte ein profitables Wachstum zu erzielen und eine überdurchschnittliche Rendite zu erwirtschaften. Das Automobilgeschäft wird ergänzt von der Finanzdienstleistungssparte. Der Automobilkonzern berichtet in den Segmenten "Automobile", "Motorräder", "Finanzdienstleistungen" und "Sonstige Gesellschaften".


Im Zentrum der Aktivitäten steht das Automobilgeschäft. Vor Konsolidierungseffekten gehen rund drei Viertel des Konzernumsatzes und -gewinns auf das Konto des Segments "Automobile". Das Geschäft mit "Finanzdienstleistungen" steuert etwa ein Sechstel zu Umsatz und Ergebnis bei. Der Rest entfällt auf die Segmente "Motorräder" und "Sonstige Gesellschaften".


Im Segment "Automobile" entwickelt, fertigt, montiert und vertreibt die BMW Group unter den Marken BMW, MINI und Rolls-Royce Personenwagen einschließlich geländegängiger Fahrzeuge sowie Ersatzteile und Zubehör. Im Geschäftsjahr 2012 verkaufte der Konzern insgesamt 1,85 (i.V. 1,67) Mill. Automobile. Während der Absatz bei BMW um 11,6% auf 1,54 (1,38) Mill. Fahrzeuge zulegte, rollte der MINI 0,30 (0,29) Mill. mal vom Band, ein Plus zum Vorjahr von 5,8%. Rolls-Royce wuchs um 1% und erreichte mit 3.575 (3.538) ausgelieferten Fahrzeugen einen neuen Absatzrekord.


Regional betrachtet entfielen vom Gesamtabsatz des Konzerns im Automobilgeschäft 18,9% auf die "USA", 17,7% auf "China" und 15,6% auf "Deutschland". An vierter Stelle rangiert "Großbritannien" mit 9,5%. Auf "Frankreich" entfallen 3,7%, auf "Italien" 3,3% und auf "Japan" 3,1%. "Sonstige" steuerten 28,2% zum Absatz bei. Besonders dynamisch entwickelte sich die Nachfrage im abgeschlossenen Geschäftsjahr in Asien, wo der Absatz mit einem Plus von 31,4% auf fast 500 Tsd. Fahrzeuge zulegte. Mehr als 300 Tsd. dieser Fahrzeuge wurden in China ausgeliefert, wo in 2012 rund 40% mehr Autos verkauft wurden als noch im Vorjahr. Ebenfalls kräftig fiel der Zuwachs in Japan aus. Hier konnten 2012 mit knapp 57 Tsd. Fahrzeugen 19% mehr abgesetzt wurden als 2011. Auch Amerika trug mit einem zweistelligen Zuwachs von fast 12% auf 425 Tsd. Automobile zum Absatzerfolg bei. Rund 350 Tsd. dieser Autos wurden in den USA ausgeliefert, womit der Zuwachs hier mit fast 14% noch etwas größer als in der Gesamtregion ausfiel. Der Absatz in Europa wuchs mit 865 Tsd. nur minimal um noch nicht einmal 1%. Darin ist Deutschland mit 287 Tsd. Fahrzeugen enthalten. In Frankreich und Italien ging der Absatz zurück. Im Wachstumsmarkt Russland dagegen konnte er um rund ein Drittel auf 40 Tsd. Fahrzeuge gesteigert werden.


Die Automobilproduktion kam im abgeschlossenen Geschäftsjahr um 7,1% auf 1,86 (1,74) Mill. Pkw voran. Das Produktionsnetzwerk wurde 2012 auf 29 Standorte in 14 Ländern erweitert. Hinzu kam im Mai 2012 ein neues Fahrzeugwerk in Tiexi in Shenyang/China. Gleichzeitig wurde Tiexi die lokale Motorenproduktion in Betrieb genommen. Außerdem wurde die Produktion im US-amerikanischen Spartanburg ausgebaut, so dass hier im Berichtsjahr erstmals mehr als 300.000 Fahrzeuge der Marke BMW X hergestellt werden konnten.


Die Premiummarke BMW mit ihren insgesamt zehn Modellreihen bildet den Kern des Automobilgeschäfts. Im Geschäftsjahr 2012 entfiel etwa die Hälfte aller Auslieferungen auf die beiden populären Modellreihen BMW 3er und BMW 5er, wobei sich die jeweiligen Limousinen besonderer Beliebtheit erfreuen. Absatzstärkstes Modell war in 2012 die 3er Limousine mit insgesamt 294 Tsd. ausgelieferten Fahrzeug, dicht gefolgt von der 5er Limousine mit 281 Tsd. verkauften Autos. Auf Rang drei nach Absatz rangiert die fünftürige Variante des 1er BMWs mit 176 Tsd. ausgelieferten Fahrzeugen.


Der BMW 1er hatte mit seinen Varianten als Drei- und Fünftürer sowie als Coupé und Cabrio 2012 einen Anteil an den verkauften Pkw der Marke BMW von 14,7%. Insgesamt wurden von dieser Modellreihe 227 (176) Tsd. Fahrzeuge abgesetzt. Das entspricht einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr von fast 29%, die allein auf das Konto des Fünftürers geht, der im Vergleich zum Vorjahr um 57% zulegte, während die Verkaufszahlen bei den drei anderen Varianten kräftig schrumpften.


Die BMW 3er Baureihe blieb mit einem Anteil am Absatz von 26,4% die volumenstärkste Modellreihe der Hausmarke. 2012 wurden 407 (385) Tsd. Fahrzeuge der Baureihe abgesetzt, ein Zuwachs gegenüber dem Vorjahr von 5,8%. Insgesamt hat der BMW 3er seine Position als weltweit erfolgreiche Modellreihe im Segment der Premiummittelklasse mit den Varianten Limousine, Touring, Coupé und Cabrio untermauert. Dabei mussten jedoch fast alle Modellvarianten deutliche Absatzrückgänge verbuchen. Lediglich die Limousine legte um 22,4% auf 294 (240) Tsd. Auslieferungen zu.


In der 5er-Reihe verbuchte BMW 2012 ein Absatzplus von 359 (333) Tsd. Fahrzeugen. Dabei expandierte der BMW 5er Limousine um 12,7% auf 281 (249) Tsd. Einheiten, während die Auslieferung der beiden anderen Modelle Touring und Gran Turismo um jeweils rund 6% nachgaben. Der Anteil der 5er-Reihe an den gesamten Auslieferungen der Marke BMW schrumpfte 2012 leicht auf 23,3 (24,1)%.


Der Absatz der Modellreihe BMW 6er legte im Geschäftsjahr 2012 mit den beiden erst 2011 neu eingeführten Modellen Cabrio und Coupé sowie dem 2012 gestarteten Gran Coupé auf insgesamt 23,2 (9,4) Tsd. Einheiten kräftig zu und hielt damit einen Anteil am Gesamtabsatz aller BMW-Modelle von 1,5%.


Die BMW 7er Baureihe war 2009 mit einem neuen Model auf den Markt gekommen. 2012 schrumpften die Absatzzahlen um minus 13,9% auf 59,2 (68,8) Tsd. Pkw. Der Anteil am Gesamtabsatz aller BMW ging von 5% auf 3,9% zurück.


Seit Ende Oktober 2009 ist das kompakte Sports Activity Vehicle im Premiumsegment, der BMW X1, erhältlich. Mit 148 (126) Tsd. abgesetzten Fahrzeugen blieb dieses Modell wie im Vorjahr ein wahrer Renner. Der Anteil am Gesamtabsatz aller BMW stieg auf 9,6%. Auch der X3 verkaufte sich 2012 noch besser als im Vorjahr. 150 (118) Tsd. Autos dieses Modells wurden ausgeliefert, 27,1% mehr als im Vorjahr. Der Anteil am Absatz aller BMW-Modelle belief sich auf 9,7%. Der X5 verkaufte sich 109 (105) Tsd. mal. Damit hatte er einen Anteil am BMW-Absatz von 7,1%. Der X6 konnte nach einem Rückgang im Vorjahr 2012 wieder zulegen: Die Absatzzahlen stiegen auf 43,79 (40,8) Tsd. Stück. Zum Gesamtabsatz der BMW-Modelle steuerte der X6 damit 2,8% bei. Der Absatz des im Mai 2009 neu eingeführten Z4 ging um minus 18,9% auf 15,3 (18,8) Tsd. Stück zurück. Der Anteil am Gesamtumsatz schrumpfte auf nur noch 1%.


Der MINI ist die Premium-Marke der BMW Group im Kleinwagensegment. Die Marke umfasste im Geschäftsjahr 2012 insgesamt sechs Modelle: Hatch, Cabrio, Clubman, Countryman, Coupé (seit 2010) und der erst 2012 in den Markt gebrachte Roadster. Zum Bilanzstichtag wuchs der MINI-Absatz um 5,8% auf 302 (285) Tsd. verkaufte Fahrzeuge. Dabei war das Basismodell MINI Hatch mit einem Anteil von 43,6% am gesamten MINI-Absatz das absatzstärkste Modell. Allerdings gingen die Verkaufszahlen hier im vergangenen Jahr um 4,1% auf 132 (137) Tsd. Pkw zurück. Auch das MINI Cabriolet büßte 16,5% ein und kam auf 24,57 (29,3) Tsd. ausgelieferte Fahrzeuge und somit einen Anteil am MINI-Gesamtabsatz von 8,1%. Der MINI Clubman büßte ebenfalls ein und zwar 11,8% auf 22,7 (25,8) Tsd. abgesetzte Pkw. Damit lag der Anteil der abgesetzten MINI Clubman bei 7,5%. Der neue MINI Countryman hingegen war ein absoluter Verkaufserfolg. Er verkaufte sich 102 (89,0) Tsd. mal und steigerte damit seinen Anteil am Absatz aller MINIs auf 33,9%. Das 2011 neu auf den Markt gebrachte Coupé kam auf 11,3 (3,8) abgesetzte Fahrzeuge und steuerte zum Gesamtabsatz der Marke 3,8% bei. Auch der 2012 neu eingeführte Roadster war recht erfolgreich im Markt und brachte es in seinem ersten Jahr auf 9,2 Tsd. ausgelieferte Fahrzeuge, was einem Anteil am Gesamtabsatz der Marke von 3,1% entspricht.


Mit der Marke Rolls-Royce hat die BMW Group 2003 ihre Fahrzeugpalette in das Luxussegment erweitert. Nachdem Rolls-Royce im Jahr 2011 den besten Absatz in der 107-jährigen Markengeschichte erzielt hatte, wurde dieser Wert 2012 noch einmal getoppt: Die Zahl der ausgelieferten Autos kam um 1,0% auf 3.575 (3.538) Pkw voran.


Stärkste Einzelmärkte im Automobil-Geschäft waren 2012 "Deutschland" mit 287 (285) Einheiten und "Großbritannien" mit 175 (168) Einheiten. In "Europa" insgesamt wuchs der Absatz auf 865 (858) Tsd. Einheiten. Damit zementierte BMW seinen starken Stand in Europa. "Amerika" blieb mit 425 (380) Tsd. verkauften Fahrzeugen einer der volumenstärksten Märkte der BMW Group. Davon entfielen allein 349 (306) Tsd. ausgelieferte Autos auf die "USA". In "Asien" konnte BMW das Verkaufsvolumen im Vergleich zum Vorjahr kräftig anheben und setzte 493 (376) Tsd. Fahrzeuge ab, davon entfielen allein auf "China" 327 (234) Tsd. Fahrzeuge. Alles in allem kletterte der Umsatz im Automobilsegment 2012 um 11% auf 70,21 (63,23) Mrd. Euro. Das Ergebnis vor Steuern kletterte mit 7,20 (6,82) Mrd. Euro um 5,6% in die Höhe.


Das Segment "Motorräder" umfasst die Entwicklung, Fertigung, Montage und den Vertrieb von Motorrädern der Marken BMW und Husqvarna einschließlich des Ersatzteil- und Zubehörgeschäfts. Zum 1. Oktober 2007 hatte die BMW Group den Motorradhersteller Husqvarna übernommen. Die Gesellschaft firmiert seither als Husqvarna Motorcycles S.r.l., Cassinetta di Biandronno. Damit weitete BMW sein Produktportfolio auf Offroad- und Supermoto-Modelle aus und spricht verstärkt auch jüngere Kundschaft an. Auch der Absatz der Motorräder kam im Geschäftsjahr 2012 auf insgesamt 117 (114) Tsd. Einheiten voran. Dabei stieg der Absatz der Marke BMW um 2,0% auf den neuen Höchstwert von 106 (104) Tsd. Motorrädern und die Marke Husqvarna steigerte ihren Absatz um 15,8% auf 10.751 (9.286) Einheiten.


Besonders kräftig legte der Motorradabsatz in Übersee-Regionen zu. So wuchs die Zahl der ausgelieferten Motorräder in den "USA" mit 14,5 Tsd. Einheiten um rund ein Fünftel über den Vorjahreswert. Noch stärker expandierte der brasilianische Markt, wo die Absatzzahlen um knapp 37% auf 7.446 Motorräder stiegen. Auch in "Japan" wurde ein kräftiger Zuwachs von 22% auf 3.410 Motorräder verbucht. Aufgrund der Staatsschuldenkrise ging der Motorradabsatz in "Europa" in 2012 um insgesamt 5,1% auf 71,3 Tsd. Einheiten zurück. Speziell der deutsche Markt entwickelte sich jedoch positiv. Hier konnten mit 22,4 Tsd. Stück 5,9% mehr Motorräder abgesetzt werden als noch 2011; ebenso in "Frankreich", wo die Absatzzahlen um knapp 12% auf 11,4 Tsd. Einheiten zulegten. In "Großbritannien", "Spanien" und "Italien" hingegen schrumpften die Verkaufszahlen. Aufgrund der wachsenden Nachfrage wurde die Motorradproduktion gleichzeitig um 5,4% auf 125 (119) Tsd. Einheiten gesteigert, davon waren 114 Tsd. BMW-Modelle und 11,5 Tsd. Husqvarna. Der Umsatz im Motorradsegment wuchs 2012 mit 1,49 (1,44) Mrd. Euro um 3,5% über das Vorjahresniveau. Höhere Aufwendungen für die Neuausrichtung des Motorradgeschäfts hatten allerdings zur Folge, dass das Vorsteuerergebnis kräftig nachgab und von 41 auf 6 Mill. Euro fiel.


Künftig will sich BMW im Motorradgeschäft auf den Ausbau der Stärke der eigenen Marke konzentrieren. Vor diesem Hintergrund wurde mit der Pierer Industrie AG, Österreich, die Übernahme von Husqvarna Motorcycles vereinbart. Vorbehaltlich der Freigabe der Transaktion durch die österreichischen Fusionskontrollbehörden soll der Verkauf noch im ersten Halbjahr 2013 abgeschlossen werden.


Auch das Segment "Finanzdienstleistungen" konnte das Geschäftsjahr 2012 erfolgreich abschließen. Es umfasst im Wesentlichen das Leasing von Automobilen, das Flottengeschäft, die Kreditfinanzierung für Kunden und Händler, das Einlagengeschäft sowie das Versicherungsgeschäft. Im Geschäftsjahr 2012 wuchs das bilanzielle Geschäftsvolumen des Segments um 7,6% auf 80,97 (75,25) Mrd. Euro. Gleichzeitig legte die Zahl der Leasing- und Finanzierungsverträge mit Händlern und Endkunden auf 3,85 (3,59) Mill. Verträge zu und gewann gegenüber dem Vorjahreswert damit 7,1%. Die Zahl der Neuverträge mit Kunden stieg um 12,1% auf 1,34 (1,20) Mill. Der Anteil der Neufahrzeuge am Leasingportfolio lag bei 40,4 (41,1)%. Die Zahl der Neuverträge für die Finanzierung von gebrauchten Autos stieg leicht an auf 304 (302) Tsd. Die Verträge mit Händlern legten zum Bilanzstichtag um 11% auf ein Geschäftsvolumen von 12,67 (11,42) Mrd. Euro zu.


In den zurückliegenden Jahren war es dem Konzern gelungen, seine Präsenz in Europa sukzessive auszubauen und so zu einem europaweiten Kreditinstitut zu avancieren. 2009 wandelte die Gesellschaft im Einklang mit dem so genannten EU-Pass bisher rechtlich unabhängige Gesellschaften in Niederlassungen der BMW Bank um. Die Regel wurde für Portugal angewendet. Nachdem die spanische Tochter dann bereits 2009 in eine Zweigniederlassung der Bank umgewandelt wurde, konnte 2010 auch die italienische Tochter in die Institutsgruppe eingegliedert werden. Im Rahmen der EU-Pass-Regelung sollen in Zukunft weitere europäische Gesellschaften folgen. Zudem gab die Bankenaufsicht in China grünes Licht für ein Joint Venture auf dem Finanzsektor. In Indien konnte ebenfalls im Herbst 2010 die operative Tätigkeit aufgenommen werden. In ausgewählten Märkten konnten zudem Kooperationen mit lokalen Finanzdienstleistern aufgenommen werden. Die BMW Finanztochter ist auch unter der Marke Alphera Kreditfinanzierungen, Leasing und Dienstleistungen vertreten. Das internationale markenübergreifende Flottengeschäft läuft über die Marke Alphabet.


Das Einlagenvolumen im Finanzdienstleistungsbereich lag bei 13,02 (12,04) Mrd. Euro, ein Plus von 8,1% gegenüber dem Vorjahr. Im Wertpapiergeschäft betreute die Gruppe mit 23.042 (24.388) Depots weniger Kunden als im Vorjahr. Parallel sank die Zahl der Kreditkartenverträge (BMW Card und MINI Card) um 2,4% auf 282 (288) Tsd. Das Finanzdienstleistungsportfolio wird von fahrzeug- und mobilitätsbezogenen Versicherungsprodukten ergänzt. 2012 konnte das Neukundengeschäft im Bereich Versicherungen um 15,7% auf 980 (847) Tsd. Verträge ansteigen, was bei einem Vertragsbestand von 2,16 (2,01) Mill. Verträgen beachtlich ist. Insgesamt erzielte der Konzern im Segment Finanzdienstleistungen 2012 einen Umsatz von 19,55 (17,51) Mrd. Euro. Dabei wurde der Zuwachs von alle Regionen getragen. In der Region "Europa/Mittlerer Osten/Afrika" stieg der Vertragsbestand gegenüber dem Vorjahr um 9,8%. In "Amerika" legte er um 5,2% zu und die "EU-Bank" verzeichnete ein Plus von 1,1%. Den stärksten Anstieg erreichte die Region "Asien/Pazifik" mit 24,2%. Trotz des ausgeweiteten Geschäftsvolumens gab das Vorsteuerergebnis des Segments allerdings deutlich auf 1,56 (1,79) Mrd. Euro nach.


Im Segment "Sonstige Gesellschaften" werden die Holding- und Konzernfinanzierungsgesellschaften ausgewiesen. Außerdem gehören folgende operative, nicht den übrigen Segmenten zugeordnete Gesellschaften zu diesem Segment: BMW Services Ltd., Bracknell, BMW (UK) Investments Ltd., Bracknell, Bavaria Lloyd Reisebüro GmbH, München, und MITEC Mikroelektronik Mikrotechnik Informatik GmbH, Dingolfing. Im Geschäftsjahr 2012 blieb der Umsatz in diesem Segment mit 5 (4) Mill. Euro auf dem Vorjahresniveau, während sich das Vorsteuerergebnis auf minus 64 (minus 168) Mill. Euro verbesserte. Für Konsolidierungen mussten im abgeschlossenen Geschäftsjahr 14,41 (13,36) Mrd. Euro abgezogen werden. Beim Vorsteuerergebnis liegt dieser Effekt bei minus 0,94 (minus 1,10) Mrd. Euro.


Umsatz und Ergebnis auf Rekordhöhe


Mit dem besten Jahr in der Geschichte des Unternehmens schloss BMW das vergangene Geschäftsjahr ab: Absatz, Umsatz und Ergebnis erreichten neue Höchstmarken. Mit 1,85 (i.V. 1,67) Mill. ausgelieferten Autos setzte der Konzern 2012 im zweiten Jahr in Folge eine neue Rekordmarke. Im Premiumsegment sieht sich BMW damit weiterhin als stärksten Automobilhersteller der Welt. Auch bei den Motorrädern wuchs BMW mit 117 (114) Tsd. ausgelieferten Einheiten über den bisherigen Höchstwert von 115 Tsd. hinaus, der 2008 erreicht worden war. Zudem liefen auch dank ausgebauter Produktionskapazitäten die Produktionsbänder wieder schneller. So wurden 2012 mit 1,86 (1,74) Mill. Pkw 7,1% mehr Fahrzeuge als 2011 hergestellt. Bei den Motorrädern liefen 125 (119) Tsd. Einheiten vom Band, 5,4% mehr als 2011. Der Umsatz expandierte dank dieser guten Nachfragesituation 2012 um 11,7% auf 76,85 (68,82) Mrd. Euro.


Regional ist BMW in Europa stark aufgestellt. Während die Münchener in "Deutschland" 12,19 (12,86) Mrd. Euro umsetzten, fuhren sie im "Übrigen Europa" 22,97 (20,96) Mrd. Euro ein. In den "USA" zog der Umsatz mit 13,45 (11,52) Mrd. Euro kräftig an. Noch größer war der Zuwachs in "China". Im chinesischen Markt wurden 2012 Erlöse von 14,45 (11,59) Mrd. Euro vereinnahmt. Auf die Region "Übriges Amerika" entfielen 2,82 (2,77) Mrd. Euro und auf "Sonstige" Länder 10,97 (9,13) Mrd. Euro.


Den expandierten Umsätzen standen um 13% gestiegene Umsatzkosten in Höhe von 61,35 (54,28) Mrd. Euro gegenüber. Dennoch wuchs das Bruttoergebnis um 6,5% auf 15,59 (14,55) Mrd. Euro. Die Brutto-Marge gab allerdings auf 20,2 (21,1)% nach. Für den Vertrieb gab der Konzern 5,15 (4,55) Mrd. Euro aus und für die Verwaltung 1,86 (1,62) Mrd. Euro. Mit 3,99 (3,61) Mrd. Euro steckte BMW auch mehr Mittel in Forschung und Entwicklung.


Mit 3,54 (3,65) Mrd. Euro konnten die Abschreibungen um 2,9% zurückgefahren werden. Sonstigen betrieblichen Erträgen von 829 (782) Mill. Euro standen sonstige betriebliche Aufwendungen in Höhe von 1,02 (1,13) Mrd. Euro gegenüber. Das Ergebnis vor Finanzergebnis (EBIT) kletterte um 3,5% auf 8,30 (8,02) Mrd. Euro. Dabei verbesserte BMW sein Zinsergebnis auf minus 160 (minus 180) Mill. Euro. Auch das Beteiligungsergebnis fiel mit 171 (155) Mill. Euro höher aus als im Vorjahr, so dass das Vorsteuerergebnis um 5,9% auf 7,82 (7,38) Mrd. Euro anzog. Die Umsatzrendite vor Steuern lag damit bei 10,2 (10,7)%. An den Fiskus musste BMW mit 2,70 (2,48) Mrd. Euro höhere Steuern abführen als noch ein Jahr zuvor. Nach Steuern und marginalen Fremdanteilen legte der Konzerngewinn im Vergleich zum Vorjahr um 4,4% auf 5,10 (4,88) Mrd. Euro zu. Der Konzern gibt das Ergebnis je Stammaktie mit 7,77 (7,45) Euro und je Vorzugsaktie mit 7,79 (7,47) Euro an. Dabei erhalten die Aktionäre eine Gewinnbeteiligung von 2,50 (2,30) Euro je Stamm- und 2,52 (2,32) Euro je Vorzugsaktie.


Absatz soll auch 2013 weiter zulegen und für stabiles Ergebnis sorgen


Trotz anhaltender Unsicherheiten in einigen Märkten will die BMW Group ihre Jagd nach neuen Rekorden fortsetzen und den weltweiten Absatz ihrer Pkw auch im laufenden Geschäftsjahr steigern. Bis zum Jahr 2016, wenn BMW hundertjähriges Firmenjubiläum feiert, will der Münchener Autobauer die 2 Mrd.-Grenze bei den Auslieferungen deutlich überschritten haben. Neue und überarbeitete Modelle sowohl im Automobilbereich wie bei den Motorrädern sollen das Wachstum auch im laufenden Jahr beflügeln. Vor Steuern soll das Ergebnis stabil bleiben.


Ende 2013 will BMW zudem mit dem ersten Elektromobil punkten. Dann kommt der rein elektrisch angetriebene BMW i3 auf den Markt, der emissionsfreies Fahren in urbanen Ballungsräumen ermöglicht. Der Konzern setzt auf Elektromobilität und vereinbarte Anfang 2013 mit der Toyota Motor Corporation, auf den Gebieten Brennstoffzelle, Leichtbautechnologien und Sportwagenentwicklung künftig zusammenzuarbeiten.


Außerdem beginnt BMW im laufenden Geschäftsjahr mit dem Aufbau einer Produktionsstätte im Wachstum versprechenden brasilianischen Markt. Zunächst sollen hier bis zu 30.000 Fahrzeuge jährlich hergestellt werden.


1959 Daimler Benz ausgebremst


Nicht immer war das wirtschaftliche Fundament von BMW so gut wie in den letzten Jahren. 1959 befand sich der bayerische Autobauer tief in der Krise. Daimler Benz hätte das fast zum Einstieg genutzt. Nur durch das Engagement eines Kleinaktionärs wurden diese Absichten verhindert - das war einzigartig in der Geschichte des deutschen Aktienmarktes. Er machte damals den Weg frei für die Familie Quandt, die Millionen in die Sanierung investierte und das Unternehmen zu heutiger Stärke führte.


Das wesentliche Ereignis der jüngsten Vergangenheit betraf den Erwerb von Rover Anfang 1994, der in jenem Jahr einen Umsatzsprung nach sich gezogen hatte. Bei der Integration von Rover musste BMW erstmals 1998 einen empfindlichen Dämpfer hinnehmen. Nachdem 1997 eine Ergebnisverbesserung auf minus 132,9 (minus 142,7) Mill. Euro erreicht werden konnte, erlebte das Unternehmen ein Jahr darauf einen herben Rückschlag. Der Verlust aus gewöhnlichem Geschäft erhöhte sich auf 971,0 Mill. Euro, was auf einen Modellwechsel, Währungseinflüsse, eine deutliche Verschlechterung der Wettbewerbsfähigkeit in Großbritannien sowie eingeleitete Sanierungsmaßnahmen zurückgeführt wurde. Doch auch mit diesen Maßnahmen konnte die Lage bei Rover nicht nachhaltig verbessert werden, im Gegenteil: Die Misere bei Rover wurde immer prekärer, was Anfang 1999 u.a. zur Ablösung des damaligen Vorstandschefs Bernd Pischetsrieder durch Joachim Milberg und letztlich zum weitgehenden Ausstieg aus dem Rover-Abenteuer führte.


Im Geschäftsjahr 1999 war nach HGB ein Jahresfehlbetrag von 2,49 Mrd. Euro ausgewiesen worden. Darin enthalten sind ao. Aufwendungen von 3,15 Mrd. Euro für die notwendigen Restrukturierungsmaßnahmen und zur Absicherung der Risiken bei Rover. Durch Entnahmen aus den Gewinnrücklagen war 1999 nicht nur der Fehlbetrag ausgeglichen, sondern darüber hinaus ein Konzerngewinn in Höhe von 269 Mill. Euro erreicht worden, der dem Bilanzgewinn der AG entsprach und der Ausschüttung einer unveränderten Dividende diente.


Im Jahr 2000 hatte BMW mit dem Verkauf der Firmen Rover Cars (am 9. Mai 2000 an das britische Phoenix Konsortium) und BMW Rolls-Royce (Anfang Januar 2000 an die Rolls-Royce PLC) sowie des Land Rover-Geschäfts (zum 30. Juni 2000 an die Ford Motor Co.) eine grundlegende Neuausrichtung vollzogen. Gleichzeitig hatte BMW ihre Beteiligung an der Rolls-Royce PLC, die zu den führenden Herstellern von Triebwerken gezählt wird, auf etwas mehr als 10% erhöht. Durch diese Transaktionen war die Voraussetzung für die Konzentration auf die erfolgreichen Bereiche des Unternehmens geschaffen worden.


2011 legte BMW entscheidende Fundamente für die Elektrifizierung und Hybridisierung seiner Modelflotte. Zum einen wurde gemeinsam mit der SGL Group ein neues Werk für Karbonfasern eröffnet. Der extrem leichte Baustoff des Joint Ventures mit dem Namen SGL Automotive Carbon Fibres soll vor allem bei den Elektrofahrzeugen der BMW i Familie Einsatz finden. BMW ist an dem Partner SGL Carbon SE mit 15,81% strategisch beteiligt. Zudem startete das Joint Venture BMW Peugeot Citroen Electrification mit der PSA Peugeot Citroen. Die beiden Autobauer wollen gemeinsam Komponenten zur Elektrifizierung und Hybridisierung entwickeln. Im Bereich der Lithium-Ionen-Batterien kooperiert BMW mit der Toyota Motors Corp.


Die Stammaktien des Konzerns notieren im Dax. Die Vorzüge sind in die Notierung im Prime einbezogen.


Aktionärsstruktur

Streubesitz 47,26%
Stefan Quandt.. 17,40%
Quandt 16,70%
Susanne Klatt.. 12,60%
BlackRock, Inc. 3,05%
The Capital G.. 2,99%

Leitende Positionen

Vorstand (Management)
Dr. Norbert Reithofer Vorstand..
Milagros Caiña-Andree
Dr. Herbert Diess
Dr. Klaus Draeger
Dr. Friedrich Eichiner
Harald Krüger
Ian Robertson
Peter Schwarzenbauer
Aufsichtsrat (Directors)
Prof. Dr. Joachim Milberg Aufsicht..
Bertin Eichler
Franz Markus Haniel
Prof. Dr. Reinhard Hüttl
Prof. Dr. Henning Kagermann
Susanne Klatten
Dr. Karl-Ludwig Kley
Prof. Dr. Renate Köcher
Robert W. Lane
Horst Lischka
Willibald Löw
Wolfgang Mayrhuber
Dr. Dominique Mohabeer
Stefan Quandt
Stefan Schmid
Maria Schmidt
Manfred Schoch
Dr. Markus Schramm
Jürgen Wechsler
Werner Zierer

Beteiligungen

(an anderen Unternehmen)
Unternehmen Bet.
SGL CARBON SE 15,72%