Technische Analyse: Gleitende Durchschnitte beachten

Technische Analyse: Gleitender Durchschnitt Gleitende Durchschnitte gehören für Charttechniker zum Handwerkszeug. Ein gleitender Durchschnitt (auch Moving Average, MA) gibt Auskunft über die durchschnittliche Kursentwicklung in einem bestimmten Zeitfenster. Damit wird das tägliche Auf und Ab geglättet. Am bekanntesten ist die 200-Tage-Linie. Steigt sie, geht der Trend nach oben, fällt sie, droht eine Korrektur. Allerdings ist es ratsam, die Analyse mit Durchschnitten aus kürzeren Zeitfenstern zu verfeinern.

Überzeugende Strategie

Die einfachste Regel lautet: Einsteigen, wenn ein Index oder eine Aktie die 200-Tage-Durchschnittslinie von unten nach oben durchbricht. Fällt der Index oder die Aktie dagegen von oben unter die Durchschnittslinie, können Gewinne mitgenommen werden. Untersuchungen aus den USA haben gezeigt, dass die einfache Strategie langfristig erfolgreich ist.

Achtung in Wackelmärkten

Gleitende Durchschnitte lassen sich auch für kürzere Zeiträume berechnen. comdirect bietet im Informer für Aktien und Indizes die Berechnung der 200er-, 100er-, 38er-, 18er- und 3er-Linie an. Grundsätzlich gilt: Je kürzer der Zeitraum, desto schneller zeigen die Durchschnittslinien Veränderungen an und desto häufiger werden Signale generiert. Je länger der Zeitraum, desto schwerfälliger reagiert die Durchschnittslinie auf Veränderungen.

In Wackelmärkten kann Schwerfälligkeit teuer werden. Die 200er-Regel zum Beispiel generierte erst Mitte Januar dieses Jahres bei einem DAX-Stand von rund 6.350 Punkten ein Kaufsignal. Ein Verkaufssignal gab es indes erst im Juni, als der DAX unter 6.050 Punkte fiel. Deutlich bessere Signale lieferte die 38-Tage-Durchschnittslinie: Bereits Ende Dezember 2011 durchbrach der Index sie nach oben. Wer damals eingestiegen ist, konnte vom Aufwärtstrend bis Ende März profitieren. Ein Verkaufssignal gab es bereits Anfang April 2012 – Anleger waren also bei der bis heute anhaltenden Korrektur nicht dabei. Unter dem Strich hätte sich somit ein DAX-Plus von 1.000 Punkten realisieren lassen.

Exponentielle Durchschnitte

Wer dem Trend schneller folgen möchte, kann die Signale des exponentiellen gleitenden Durchschnitts (EMA) nutzen, die gleichfalls im comdirect Informer voreingestellt sind. Bei der Berechnung werden aktuelle Kurse stärker als weit zurückliegende gewichtet.

Der Chart zeigt: Mit dem exponentiellen gleitenden 200-Tage-Durchschnitt werden Trendwenden schneller signalisiert – Anleger schneiden sich einen größeren Teil der Aufwärtsbewegung ab und verabschieden sich schneller im Bärenmarkt. Die 38er-Linie dagegen zeigt deutlich häufiger Signale und eignet sich für kurzfristig orientierte Investoren.

Die Technische Analyse dient ausschließlich Informationszwecken und stellt weder eine individuelle Anlageempfehlung noch ein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder sonstigen Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich eine selbstständige Anlageentscheidung des Kunden erleichtern und ersetzt keine anleger- und anlagegerechte Beratung.

Gleitende Durchschnitte im Chart Analyzer

Neben den voreingestellten einfachen und exponentiellen gleitenden Durchschnitten im Informer können Sie andere Zeiträume im Chart Analyzer wählen. Gleichzeitig bietet das Tool die Möglichkeit, die Analyse durch weitere Indikatoren zu verfeinern.