Technische Analyse: Chartformationen erkennen und nutzen
Die Kurse schwanken, selbst im Tagesverlauf. Das kann Anleger schnell auf die falsche Fährte führen. Wer bei der kleinsten Konsolidierung verkauft, verzichtet womöglich leichtfertig auf Rendite. Wer hingegen zu lange zögert, nimmt Verluste in Kauf. Eine Hilfestellung bei der Bewertung von Kursbewegungen liefern Trendumkehr- und Trendbestätigungsformationen.
Trendumkehr
Die wichtigsten Trendumkehrfunktionen sind das Doppel-Top, der Doppel-Bottom sowie die Schulter-Kopf-Schulter-Formation. „Widerstände oder Unterstützungen werden häufig erst im zweiten Anlauf durchbrochen“, erklärt Lutz Mathes, Chef des Chartbüros Dr. Hans-Dieter Schulz. Erst wenn eine Trendumkehrformation abgeschlossen ist, gehen Chartanalysten von einer Trendwende aus. Anleger sollten also nicht zu früh disponieren. Denn nicht immer vollzieht sich die Trendwende so eindeutig. „Bildet sich im Chart etwa ein Rechteck oder eine Flagge aus, könnte das ein Zeichen für Trendbestätigung oder Trendumkehr sein“, sagt Schulz. „Klarheit gibt es erst dann, wenn der Kurs ausbricht.“
Trendbestätigung
Die wichtigsten Trendbestätigungsformationen sind Flagge, Wimpel und Rechteck. Die Flagge bildet sich aus mindestens zwei Kurskorrekturen heraus. Typisches Merkmal: Im Aufwärtstrend ist die Flagge nach unten gerichtet, im Abwärtstrend nach oben. Ein kurzer Abwärtstrend ist also Signalgeber für einen Kauf. Der Wimpel tritt häufig in starken Trendmärkten auf. Er ist im Aufwärtstrend durch zwei bis drei schnell aufeinanderfolgende Tiefs charakterisiert, von denen das jüngste stets höher als das vorlaufende notiert.
Das Rechteck ist am schwersten zu erkennen. Zwischenhochs und Zwischentiefs liegen auf demselben horizontalen Niveau. Die beiden Linien, die die Hochs beziehungsweise Tiefs verbinden, wirken als Widerstand und Unterstützung. Gewöhnlich pendelt der Kurs zwischen Widerstand und Unterstützung hin und her, bevor er den Konsolidierungskurs verlässt. Vorsicht: Anfänglich kann die Formation leicht mit einem Doppelhoch oder -tief – den klassischen Umkehrformationen – verwechselt werden. Allerdings folgen die Zwischenhochs bei einem Rechteck wesentlich schneller aufeinander als die Spitzen beim Doppelhoch.
Die Faustregel: Bestätigungsformationen bilden sich schneller heraus als Umkehrformationen – in der Regel nimmt der Kurs nach ein bis zwei Wochen seinen Trend wieder auf. Zudem ist die Schwankungsbreite geringer.
Automatische Formationserkennung nutzen
Eine automatische Formationserkennung bietet der Chart Analyzer von comdirect. Einfach Einzelwert oder Index anzeigen lassen und Formationserkennung unter Zeichenelemente > Formationen > Kanäle starten. Die Formationen werden dann automatisch angezeigt.
Gleichzeitig bietet das Tool die Möglichkeit, die Analyse zu verfeinern und eigene Linien einzuzeichnen. Damit sichern sich Anleger einen Informationsvorsprung, denn sie können die Entstehung einer Formation beobachten und haben den Chart auch in den kritischen Phasen genau im Blick.
Limitierte Orders nutzen
Einsteigen, wenn die Unterstützung hält oder ein Widerstand durchbrochen wird? Mit limitierten Orders kein Problem.
Automatisiert handeln
Details sowie Videos zu den Komfort-Orders Trailing-Stop, One Cancels Other und Next Order
Serie Technische Analyse
Widerstände und Unterstützungen im Blickpunkt von Teil eins der Serie