Ölaktien: Vom Preishoch profitieren
Am Öle hängt, zum Öle drängt - doch alles. Mit einem Anteil von 34 Prozent am Energieverbrauch ist Erdöl vor Kohle und Erdgas der weltweit wichtigste Energieträger. Zwischen 1985 und 2010 stieg der Verbrauch pro Tag von 60 auf 87 Millionen Barrel an (1 Barrel sind rund 159 Liter) - trotz Einsparbemühungen und trotz des Ausbaus regenerativer Energien.
Ölpreiskrise statt Ölkrise
Aktuell gibt es zwar noch reichlich Öl - aber zu welchem Preis? Eugen Weinberg, Rohstoffexperte der Commerzbank, ist überzeugt: „Wir werden keine Ölkrise, sondern eine Ölpreiskrise sehen.“ Schon zwischen 1998 und 2008 musste die Wirtschaft einen Ölpreisanstieg von zwölf auf gut 150 US-Dollar je Barrel verdauen. Nach dem Preissturz 2008 kostet das Fass aktuell wieder um 100 US-Dollar. „Dieser Preis ist fundamental begründet“, sagt Frank Schallenberger, Leiter Rohstoff-Research bei der LBBW. „Langfristig gibt es allein schon aufgrund des starken Wachstums in China und Indien keine Alternative zu steigenden Ölkosten.“
Rekordgewinne bei den Ölgesellschaften
Mit Öl werden bei hohen Preisen Milliardengewinne gemacht. Mit Exxon Mobil (WKN 852549), Royal Dutch Shell (WKN A0D94M), Chevron (WKN 852552) und BP (WKN 850517) schafften es im vergangenen Jahr gleich vier Ölmultis in die Forbes-Liste der erlösstärksten Konzerne der Welt. Exxon etwa hat 2011 einen Gewinn von gut 41 Milliarden US-Dollar erzielt. Davon können Anleger profitieren. Die Exxon-Aktie wird mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund zehn gehandelt. Luft nach oben, meinen auch 16 von 27 bei comdirect gelisteten Analysten. Das gilt auch für Royal Dutch Shell. Die Aktie ist mit einem KGV von rund acht und einer Dividendenrendite von fast fünf Prozent sogar noch günstiger zu haben. Chevron schließlich eilte in den vergangenen Jahren zu historischen Höchstkursen. Und bei BP raten 30 von 45 bei comdirect gelisteten Analysten zum Kauf.
Fonds mindern das Risiko
Investments in Einzelwerten bergen jedoch hohe Risiken, wie das Beispiel BP zeigte. Die Explosion der Ölplattform Deepwater Horizon vor gut zwei Jahren kostete das Unternehmen bisher mehr als 30 Milliarden US-Dollar; weitere Forderungen könnten folgen. Breite Streuung reduziert das Anlagerisiko. Die bieten Energiefonds, mit denen Investoren auf die Perspektiven der gesamten Branche setzen. Zu den performancestärksten Fonds der vergangenen fünf und zehn Jahre gehören der BNP Paribas L1 Europe Energy (WKN 723735), der Swisscanto (LU) Energy Fund (WKN 930918) und der BGF World Energy Fund (WKN 632995).
Ölservicegesellschaften verdienen gut
Unter den Top-Ten-Werten des BGF World Energy rangieren neben den Ölmultis auch Ölserviceunternehmen wie National Oilwell (WKN 903541) oder Schlumberger (WKN 853390). Die Servicebranche hat sich zuletzt besser als die Förderer selbst entwickelt. Anleger können davon mit Zertifikaten profitieren. Die Raiffeisen Centrobank etwa bietet ein Basket-Zertifikat (WKN RCB9N4), das zehn Ölserviceunternehmen bündelt.
Aktien, Fonds und Zertifikate unterliegen Kursschwankungen, Verluste sind also möglich. Bei Zertifikaten als Inhaberschuldverschreibungen besteht zudem ein Emittentenrisiko, bei Zahlungsunfähigkeit der Emittentin können Verluste bis zum Totalverlust eintreten. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Beschreibung der Wertpapiere stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar.
Wertpapiere im Fokus¹
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Wertpapier |
WKN |
Art |
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Exxon Mobil |
Aktie |
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| Royal Dutch Shell |
Aktie |
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Chevron |
Aktie |
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| BP |
Aktie |
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| BNP Paribas L1 Europe Energy |
Fonds |
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| Swisscanto (LU) Energy Fund |
Fonds |
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| BGF World Energy Fund |
Fonds |
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| National Oilwell | Aktie | |
| Schlumberger | Aktie | |
| Raiff. Centrob. Öl Service Basket | Zertifikat |
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