Afrika: Der vernachlässigte Kontinent
Angola, Botswana, Ghana, Kenia und Nigeria weisen Wachstumsraten auf, von denen europäische Staaten nur träumen können. Dennoch meiden Anleger den Kontinent.„Zu Unrecht“, meint Jens Schleuniger, Fondsmanager des VCH Afrika B (WKN HAFX5C). „Afrikas Binnennachfrage wächst stark und der Kontinent verfügt über weltweit begehrte Rohstoffe wie Öl und Erdgas sowie Gold und Industriemetalle.“
Unterschiedliche Ausgangslage
Für besonders aussichtsreich halten viele Experten die Region südlich der Sahara (Sub-Saharan Africa). „Gerade in die ölreichen Länder der Gegend wie Angola oder Nigeria fließt immer mehr Geld aus Asien“, sagt Kemal Bagci von der Royal Bank of Scotland. „Die Erlöse werden für Infrastrukturprojekte, den Technologietransfer und die Schaffung von Arbeitsplätzen eingesetzt.“ Hinzu kommt die niedrige Verschuldung dieser Länder, die bei lediglich 20 Prozent des Bruttoinlandprodukts liegt. Überaus positiv ist auch die demografische Situation. So sind 60 Prozent der Einwohner jünger als 30 Jahre.
Breite Streuung reduziert Risiken
Dem Potenzial stehen politische Risiken gegenüber. Zudem sind die afrikanischen Aktienmärkte mit Ausnahme Südafrikas sehr gering kapitalisiert, sodass Anleger hohe Schwankungen aushalten können müssen. Um die Risiken zu streuen, empfiehlt Bagci, auf den breiten Markt zu setzen. Anleger haben diverse Möglichkeiten, in Afrika zu investieren:
- Indexzertifikate: Der S&P Africa 40 Index (WKN AA0ZBW) bildet die Entwicklung der 40 größten und liquidesten Unternehmen des Kontinents ab. Dabei ist die Gewichtung jedes Landes auf 30 Prozent begrenzt. Dividendenzahlungen werden bei der Indexberechnung nicht berücksichtigt. Dividenden angerechnet werden beim UBS African Total Return Index, der 15 liquide afrikanische und internationale Unternehmen mit Geschäftsschwerpunkt Afrika bündelt. Anleger können per Indexzertifikat (WKN UB1AFK) profitieren.
- ETF: Mit dem ETF von Lyxor auf den Pan Africa Index (WKN LYX0DK) partizipieren Anleger dagegen an der Entwicklung von börsengehandelten Gesellschaften, die in Afrika gelistet oder dort überwiegend tätig sind. Der Index enthält jeweils zehn Werte aus Nordafrika, der Subsahara-Region und Südafrika.
- Aktienfonds: Aktiv gemanagte Afrika-Fonds für Privatanleger sind erst seit relativ kurzer Zeit am Markt - keinen der Fonds mit mindestens vier Morningstar-Sternen gibt es seit fünf Jahren. Über drei Jahre hat der JPM Africa Equity Fund A (WKN A0NH54) die beste Performance erzielt. 60 Prozent der Fondsgewichtung macht derzeit Südafrika aus. Auf den weiteren Plätzen folgen mit 18,6 bzw. 7,7 Prozent Nigeria und Kenia.
Die hier beschriebenen aktiv gemanagten Aktienfonds, ETFs und Indexzertifikate weisen aufgrund der hohen Volatilität ein besonders hohes Risiko auf. Sie unterliegen Kursschwankungen und Währungsrisiken, damit sind Kursverluste möglich. Bei Zertifikaten besteht als Inhaberschuldverschreibungen zudem ein Emittentenrisiko. Bei Zahlungsunfähigkeit der Emittenten können Verluste bis hin zum Totalverlust eintreten. Die Beschreibung der Wertpapiere stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar.
Wertpapiere im Fokus¹
|
Wertpapier |
WKN |
Art |
|---|---|---|
| VCH Afrika B | HAFX5C | Aktienfonds |
| S&P Africa 40 Index open end Zertifikat | AA0ZBW | Indexzertifikat |
| UBS African Total Return Indexzertifikat | UB1AFK | Indexzertifikat |
| Lyxor ETF Pan Africa | LYX0DK | ETF |
| JPM Africa Equity Fund A | A0NH54 | Aktienfonds |
compass Magazin
Vierteljährlich exklusive Finanzinformationen für die moderne Geldanlage – als eMagazin, PDF oder iPad-Umsetzung.
compact Newsletter
Monatlich fundierte Hintergrundberichte aus der Finanzwelt per E-Mail.